Mehr Beschwerden über Kinderpornographie

Frankfurt/Main - Eine RTL-II-Sendung zeigt Wirkung: Die Internet-Beschwerdestelle hat zuletzt so viele Hinweise auf Kinderpornographie erhalten wie im gesamten Zeitraum Januar bis August.

Die stark gestiegene Zahl der Beschwerden in den vergangenen beiden Monaten sei kein Anzeichen dafür, dass es insgesamt mehr Fälle von Missbrauchsdarstellungen im Internet gebe, sondern sei auf die Thematisierung in den Medien zurückzuführen, erklärte eco, der Verband der deutschen Internetwirtschaft.  

Der aktuelle Anlass seien Kampagnen des Bundeskriminalamts und des Senders RTL II. Auch die Erfolgsquote im Kampf gegen Kinderpornographie im Internet sei weiter hoch, betonte eco. Rechtswidrige Seiten auf deutschen Servern verschwänden regelmäßig binnen eines Werktags, Material aus dem Ausland sei zu rund 80 Prozent nach einer Woche offline.

Der Grund ist, dass bei der Schließung einer Website im Ausland mehr Arbeitsschritte notwendig sind. In den USA, wo mehr als die Hälfte des eco gemeldeten rechtswidrigen Materials liege, seien zwei Drittel der Seiten nach einer Woche vom Netz, der Rest wenige Tage später.

In Russland, wo neben den USA die meisten Seiten mit Missbrauchsdarstellungen gehostet würden, seien alles beanstandeten Websites innerhalb einer Woche abgeschaltet worden. Die internationale Zusammenarbeit der Beschwerdestellen funktioniere.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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