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Im Sudan tobt ein heftiger Bürgerkrieg - auf der Flucht vor den Gefechten zwischen Armee und Rebellen starben am Dienstag über 200 Menschen bei einem Fährunglück.

Mehr als 200 Opfer

Flüchtlinge ertrinken bei Fährunglück

Malakal  - Bei einem Fährunglück  im Südsudan sind mindestens 200 Menschen ertrunken, die auf der Flucht vor Kämpfen in der Stadt Malakal waren.

Ihr Schiff sei auf dem Weißen Nil gekentert, unter den "200 bis 300 Opfern" seien zahlreiche Frauen und Kinder, sagte ein Armeesprecher am Dienstag. Die Fähre war demnach überfüllt gewesen. Bei erneuten Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen um Malakal  wurden unterdessen dutzende Flüchtlinge verletzt.

Unklarheit herrschte zunächst über den genauen Zeitpunkt der Schiffstragödie. Armeesprecher Philip Aguer sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Schiff sei am Dienstag gesunken. Örtliche Medien berichteten hingegen, das Fährunglück habe sich schon in der Nacht von Sonntag auf Montag ereignet.

"Es sind alle ertrunken", sagte Aguer. "Sie waren auf der Flucht vor den Kämpfen, die in Malakal wieder begonnen haben." Malakal ist die Hauptstadt des ölreichen Bundesstaats Upper Nile im Landesnorden. Rebellen versuchen derzeit erneut, Malakal unter ihre Kontrolle zu bringen, das sich zwischenzeitlich schon einmal in ihren Händen befand. Angaben der Aufständischen, wonach die Stadt eingenommen wurde, bestätigte die Armee nicht.

Bei neuen Kämpfen kamen am Dienstag offenbar "schwere Maschinengewehre und Panzer zum Einsatz", wie ein UN-Sprecher in New York sagte. Vereinzelte Schusssalven seien im benachbarten Flüchtlingslager der Vereinten Nationen eingeschlagen, wo nun dutzende verwundete Insassen behandelt würden. In dem Camp suchen 20.000 Menschen Schutz vor den blutigen Gefechten im Südsudan.

In dem erst Mitte 2011 gegründeten afrikanischen Staat war Mitte Dezember ein seit langem schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Kiir warf dem Rebellenchef die Planung eines Putschs vor, doch der Konflikt speist sich auch aus ethnischen Rivalitäten: Der Präsident gehört zur größten Volksgruppe der Dinka, Machar zur Volksgruppe der Nuer.

Fünf von zehn südsudanesischen Bundesstaaten wurden inzwischen von der Gewalt erfasst. Bei den Kämpfen wurden schon tausende Menschen getötet und nach UN-Schätzungen rund 400.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Die Friedensgespräche zwischen Regierungsvertretern und Rebellen im Nachbarland Äthiopien wurden am Dienstag zwar fortgesetzt, ein Durchbruch scheint jedoch nicht in Sicht.

AFP

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