Immer mehr junge Zocker

Berlin - Die Zahl der jungen Geldautomatenspieler ist in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Die Regierung plant nun eine neue Spielverordnung.

Rund 25 Prozent aller 16- und 17-Jährigen hätten 2011 einen Geldspielautomaten genutzt, sagte die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts am Dienstag in Berlin. 2009 waren es noch 15 Prozent der Jugendlichen in dieser Altersgruppe.

Besonders betroffen sind Dyckmans zufolge junge Männer. Von 2009 bis 2011 habe sich deren Zahl fast verdoppelt. Waren es 2009 noch 3,8 Prozent der 16- und 17-Jährigen, die innerhalb eines Jahres einen Spielautomaten bedienten, stieg die Zahl im Vorjahr auf 6,8 Prozent an.

Bei den 18- bis 20-Jährigen verdreifachte sich die Spielerzahl sogar. Nutzten 2007 noch 5,8 Prozent der männlichen Jugendlichen in dieser Altersgruppe einen Geldspielautomaten, stieg die Zahl im Vorjahr auf 19,8 Prozent. Bei den Frauen verdoppelte sich die Anzahl der Spieler im gleichen Zeitraum auf 5,5 Prozent. Insbesondere arbeitslose junge Menschen seien von dem Automatenspiel betroffen.

“Zahl der Spielautomaten in Gaststätten drastisch reduzieren“

Um die Jugendlichen und Spieler besser zu schützen, rechne sie noch vor der Sommerpause mit einer neuen Spielverordnung des Bundeswirtschaftsministeriums, sagte Dyckmans. Darin soll eine bessere Überwachung, strengere Auflagen sowie höhere Geldbußen bei Verstößen festgeschrieben werden. Darüber hinaus will die Drogenbeauftragte mit der Einführung einer sogenannten Spielerkarte das Automatenspiel eindämmen. Damit soll verhindert werden, dass mehrere Automaten gleichzeitig genutzt werden können.

Zudem plädierte die FDP-Politikerin für den Rückbau der Automaten in Gaststätten. “Wenn es nach mir persönlich ginge, würden die Automaten aus den Gaststätten ganz raus kommen. Aber die Bundesregierung möchte sie reduzieren“, sagte Dyckmans. Da der Jugend- und Spielerschutz an den Automaten in den Gaststätten im Vergleich zu den Spielhallen weit aus weniger eingehalten werde, sei es nur folgerichtig, die Geräte in den Lokalen “drastisch zu reduzieren“, fügte Dyckmans hinzu. Derzeit seien drei Automaten pro Gaststätte erlaubt.

dapd

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