Mehr als 20 Tote durch Tropensturm "Gustav"

Port-au-Prince/Havanna - Wirbelsturm "Gustav" hat bei seinem Zug über die Karibikinsel Hispaniola bisher mindestens 20 Menschen in den Tod gerissen. Nach Angaben des haitianischen Zivilschutzes vom Mittwochabend starben dort mindestens 15 Menschen, sieben weitere wurden verletzt. Mehrere Einwohner galten als vermisst.

In der benachbarten Dominikanischen Republik kamen acht Menschen ums Leben. Mit elf Kilometern pro Stunde bewegte sich "Gustav" in der Nacht zum Donnerstag in nordwestlicher Richtung auf den Südosten Kubas und Jamaika zu.

In Kuba und Jamaika liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die kubanische Regierung ordnete die Evakuierung gefährdeter Gebiete an. Bis zum Mittwochabend wurden über 50 000 Menschen, darunter auch ausländische Touristen, in Sicherheit gebracht. Auch die jamaikanischen Regierung versetzte das Land in Alarmbereitschaft, obwohl der Sturm den Berechnungen der Meteorologen zufolge nördlich an der Insel vorüberziehen sollte. Premierminister Bruce Golding warnte seine Landsleute, die Gefahren durch "Gustav" vor allem wegen der Regenmassen nicht zu unterschätzen.

Auch in den USA versetzten die Behörden die Menschen an der amerikanischen Golfküste in Alarmbereitschaft. In Baton Rouge (US- Bundesstaat Louisiana) wurden die Bewohner aufgerufen, sich auf einen möglicherweise zerstörerischen Sturm einzustellen. Meteorologen wiesen jedoch darauf hin, dass der künftige Weg "Gustavs" noch unklar sei. Er werde wahrscheinlich am Wochenende über die Ostspitze Kubas hinweg in den Golf von Mexiko ziehen.

In Haiti hinterließ der Sturm eine Spur der Verwüstung. Die Stadt Jacqmel, wo der Hurrikan auf Land getroffen war, stand unter Wasser. Auch in anderen Ortschaften kam es zu Überflutungen. Die Region war am Mittwoch von außen noch nicht zu erreichen. Das Stromnetz brach teilweise zusammen. Der Sturm hatte länger als erwartet über der Region gewütet und Dächer abgedeckt; Bäume und Strommasten stürzten um. Lokale Medien vermuteten, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen werde.

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