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Ein Mann vor einem zerstörten Haus in der Provinz Baluchistann

Zahl der Opfer steigt an

Mehr als 300 Tote nach Erdbeben in Pakistan

Islamabad - Nach dem schweren Erdbeben in der pakistanischen Provinz Baluchistan ist die Zahl der geborgenen Toten auf mehr als 300 gestiegen.

Nach Behördenangaben vom Mittwoch starben mindestens 328 Menschen, mehr als 450 weitere wurden bei dem Beben der Stärke 7,7 verletzt, das am Dienstag ganze Dörfer im Südwesten zerstört hatte. Der Hilfsorganisation Caritas zufolge werden in der Gegend dringend Hilfsgüter benötigt.

Die Behörden rechneten mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Zehntausende Bewohner der Region waren von den Folgen des Bebens betroffen. Im Dorf Dalbedi zerstörte das Beben rund 250 Häuser, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Mit bloßen Händen gruben Dorfbewohner in den Trümmern ihrer Häuser nach ihrem Hab und Gut.

Der Bauer Noor Ahmed sagte, die Erdstöße hätten zwei Minuten gedauert. "Wir haben alles verloren, selbst unsere Lebensmittel liegen unter den Trümmern", sagte der 45-Jährige. Das Wasser aus den unterirdischen Leitungen sei verschmutzt.

Die schwersten Erdbeben der vergangenen 50 Jahre

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Die Behörden sprachen von großen Problemen bei der Versorgung von Verletzten. "Es gibt in den örtlichen Krankenhäusern keinen Platz, wo wir die Verletzten behandeln können", sagte der Sprecher der Provinzregierung, Jan Muhammad Buledi. "Wir wollen versuchen, die Schwerverletzten per Hubschrauber nach Karachi zu bringen und die anderen in die Nachbarbezirke." 300.000 Menschen in sechs Bezirken seien von dem Beben betroffen. Es gebe noch viele Verschüttete unter den Trümmern.

Der Innenminister von Baluchistan, Azad Gilani, sagte, es werde weiter nach Verschütteten gesucht. Vorrang habe aber, die Verletzten so schnell wie möglich in Krankenhäuser zu bringen. Die Armee unterstützte die Rettungskräfte mit rund hundert Ärzten und tausend Soldaten sowie mit Hubschraubern. In dem am stärksten zerstörten Dorf Tarteej errichtete das Militär ein Feldlazarett.

Bezirk um Stadt Awaran besonders betroffen

Besonders betroffen war der Bezirk um die Stadt Awaran, wo das Epizentrum lag. Ein ranghohes Mitglied der Bezirksverwaltung, Abdul Rasheed Baluch, sagte, etwa 90 Prozent der Häuser in der Gegend seien zerstört worden.

Die Caritas erklärte in Freiburg, nach Angaben von Mitarbeitern im Bezirk Awaran würden für die Erdbebenopfer dringend Zelte, Lebensmittel, Wasser und Medikamente benötigt. Weitere Rettungsteams der Caritas seien unterwegs ins Katastrophengebiet. Da in der Gegend Aufständische gegen die pakistanische Regierung kämpfen, bereite die Sicherheitslage den Mitarbeitern Sorge, fügte die Organisation hinzu. Erste Hilfstrupps der Armee seien am Dienstag von Aufständischen angegriffen worden.

In Baluchistan, der größten Provinz Pakistans, liegen Stammesgebiete, die als Rückzugsort für islamische Extremisten gelten. Der Bezirk Awaran ist ein sehr armer Landstrich mit rund 300.000 Einwohnern. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS folgten auf das Beben vom Dienstag rund ein dutzend Nachbeben.

Vor der Küste der pakistanischen Hafenstadt Gwadar, rund 400 Kilometer südlich des Epizentrums, entstand durch das Beben eine Insel aus Schlamm. Nach Einschätzung von Experten dürfte sie in einigen Monaten wieder vom Meer verschluckt werden.

AFP

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