Mehr als 100 000 Väter beziehen Elterngeld

Wiesbaden - Beim Elterngeld für Väter ist die Grenze von 100 000 Empfängern überschritten. In den eineinhalb Jahren seit Einführung der Leistung haben 103 000 Väter Elterngeld bezogen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte.

Damit liegt der Anteil der Männer, die zur Betreuung ihres Babys mindestens zwei Monate zu Hause bleiben, bei 15 Prozent. Im Jahr 2007 wurden 685 000 Kinder geboren. Der Anteil der Väter wächst seit der Einführung des Elterngelds kontinuierlich, wie bereits mitgeteilt worden war. Beim früheren Erziehungsgeld hatte der Väter-Anteil nur 3,3 Prozent betragen.

Die Statistiker haben deutliche regionale Unterschiede festgestellt. Während in Berlin und Bayern bei über 19 Prozent der Neugeborenen der Vater das Elterngeld in Anspruch nahm, lag dieser Wert im Saarland nur bei 7 Prozent. Allerdings war der Anteil jener Väter, die zwölf Monate Elterngeld bezogen, in Bayern mit 8 Prozent am niedrigsten; 74 Prozent erhielten Elterngeld dort nur für die Mindestbezugszeit von zwei Monaten. Mit 24 Prozent nahmen Männer in Bremen am häufigsten ein ganzes Jahr lang für ihre Kinder frei.

Das Elterngeld beträgt für erwerbstätige Mütter und Väter 67 Prozent des wegfallenden Nettogehalts, wenn die Arbeitszeit vollständig oder teilweise reduziert wird. Es werden mindestens 300 Euro und höchstens 1800 Euro monatlich gezahlt. Nicht Erwerbstätige erhalten 300 Euro.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) begrüßte, dass immer mehr Väter inzwischen die ganze zeitliche Spannweite des Elterngeldes von zwölf Monaten nutzen. «Die neuen Zahlen zeigen nicht nur, dass die Zahl der Väter in Elternzeit weiter wächst. Die Männer entdecken auch, dass das neue Elterngeld eine große Chance für sie bedeutet, Beruf und Familie ganz flexibel und passend zur persönlichen Lebenssituation miteinander zu vereinbaren», sagte von der Leyen der Deutschen Presse-Agentur dpa.

«Auch wenn sich im ersten Jahr nach dem Start die Mehrheit der Väter noch für eine kurze Auszeit von zwei Monaten entschieden hat, wollen sich in sieben Bundesländern schon mehr als 15 Prozent aller Antragsteller ein ganzes Jahr Zeit für ihr Neugeborenes nehmen», sagte sie. «Egal ob zwei oder zwölf Monate, ich freue mich über jeden aktiven Vater und bin überzeugt, dass ihr Beispiel weiter Schule macht.»

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