Mehr Vergewaltigungen mit K.o.-Tropfen

München - Fast jede siebente Frau in Deutschland zwischen 16 und 85 Jahren ist nach Expertenangaben schon einmal Opfer sexueller Gewalt geworden.

Dazu zählen neben einer Vergewaltigung auch der Versuch und sexuelle Nötigung. Dabei häufen sich nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) Vergewaltigungen mit Hilfe sogenannter K.o.- Tropfen. “Die Fälle, bei denen K.o.- Tropfen zum Einsatz kamen, scheinen sich zu häufen“, sagte der Amberger Gynäkologe Prof. Dietrich Berg am Donnerstag beim 58. DGGG-Kongress in München. Das bestätigen seinen Angaben zufolge auch Beratungsstellen und Frauennotrufe. Genaue Zahlen gebe es aber nicht.

Immer noch suchten zu wenige Frauen nach einer Vergewaltigung einen Arzt auf, sagte Berg - besonders wenn K.o.-Tropfen im Spiel waren. Diese sind meist farblos und haben oft nur einen leichten Beigeschmack. Täter träufeln sie oft unbemerkt in Getränke. “Frauen, denen ohne ihr Wissen Drogen verabreicht wurden, leiden oft besonders massiv unter Scham- und Schuldgefühlen, weil sie glauben, den Black- out selbst durch Alkohol ausgelöst zu haben“, sagte Berg. Oft hätten sie keine oder nur bruchstückhafte Erinnerungen an die Tat.

Hinweise auf eine unbemerkte Einnahme derartiger Tropfen seien Übelkeit, Schwindel, Atemnot, Kopfschmerzen, Krämpfe und Verwirrtheit. Ärzte könnten die Tropfen im Blut bis zu acht Stunden und im Urin bis zu zwölf Stunden nach der Einnahme nachweisen. Darum sei es wichtig, dass Frauen zum Arzt gehen, wenn sie den Verdacht haben, K.o.-Tropfen zu sich genommen zu haben. Insgesamt schalteten allerdings nur acht Prozent der Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, die Polizei ein, sagte Berg.

dpa

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