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Die Bildkombo zeigt die beiden Mehrfamilienhäuser in Bremen, in denen es am Sonntagmorgen gebrannt hat.

Über 30 Verletzte

Bremen: Feuerteufel zündet zwei Wohnhäuser an

Bremen - Gleich zweimal kurz hintereinander brennt es am Sonntagmorgen in Bremen: Die zum Großteil türkischstämmigen Bewohner, darunter viele Kinder, können alle gerettet werden. Der mutmaßliche Täter ist gefasst.

 Bei zwei Bränden innerhalb kürzester Zeit in derselben Straße sind am frühen Sonntagmorgen in Bremen mehr als 30 Menschen verletzt worden, darunter neun Kinder und ein Baby. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Die meisten der Bewohner in den betroffenen Häusern sind türkischstämmig - Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv gebe es bislang aber nicht, teilten Polizei, Feuerwehr und Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Sonntag in einer Pressekonferenz mit. In der Nähe des Tatorts wurde ein 22-jähriger Bremer gefasst. Der von den Ermittlern als „psychisch auffällig“ bezeichnete Mann gilt als Intensivtäter und Brandstifter.

Von den insgesamt 31 Verletzten schwebe keiner in Lebensgefahr, rund die Hälfte der Bewohner sei aber noch im Krankenhaus, hieß es. „Es waren zehn Kinder betroffen, was die Dramatik der Situation verdeutlicht“, sagte Mäurer. Dass die Brände sich im Treppenhaus ausgebreitet hatten, sei ein „worst case“-Szenario gewesen: Die Menschen konnten nicht fliehen, teils sprangen sie aus den Fenstern, um sich zu retten.

Müllsäcke angezündet

Am frühen Sonntagmorgen war zunächst in einem dreistöckigen Mehrfamilienhaus im Keller und zweiten Obergeschoss Feuer ausgebrochen. Elf Menschen kamen mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Keine zwei Stunden später brannte es erneut in der Straße: Bei dem Brand in einem fünfstöckigen Mehrfamilienhaus mussten 20 Bewohner gerettet werden. Das Feuer war auch hier im Keller ausgebrochen. Die bisherige Ermittlungen deuteten daraufhin, dass in den Häusern gelbe Säcke angezündet wurden, berichteten die Ermittler. Zudem wurden in der Straße zwei Müllcontainer angezündet.

Der mutmaßlicher Täter wurde noch am Morgen gegenüber des zweiten Brandorts gefasst. Er habe das Geschehen beobachtet und Streichhölzer und Feuerzeug in seiner Tasche gehabt, hieß es. Er soll in derselben Nacht zudem Autos aufgebrochen und Pfandflaschen daraus gestohlen haben. Mit blutigen Händen sei er in einer Tankstelle gesehen worden. Der Verdächtige sei bislang nicht als ausländerfeindlich aufgefallen. Es werde jedoch in alle Richtungen ermittelt, betonten die Ermittler. Der Mann habe sich bislang nicht geäußert.

Die Feuerwehr war zweimal in Großaufgeboten mit Dutzenden Einsatzfahrzeugen und insgesamt mehr als 150 Rettungskräften angerückt. „Der Einsatz ist reibungslos gelaufen. Wir hatten Glück, dass die Brände nacheinander und nicht gleichzeitig passiert sind“, sagte Ture Schönebeck von der Bremer Feuerwehr. Die genaue Schadenshöhe blieb zunächst unklar. Allein beim ersten Brand wird der Schaden auf 100 000 Euro geschätzt.

dpa

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