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Mel Bochner experimentiert in seinen ausdrucksstarken Bildern seit den 1960er-Jahren mit Sprache und Farbe.

Mel Bochner: Wenn sich die Farbe ändert – If the colour changes

Buchstaben, Zahlen und geometrische Figuren – Mel Bochner macht daraus Kunst. Die Ausstellung „If the colour changes“ im Münchner Haus der Kunst zeigt ab März die Installationen, Skulpturen und Gemälde des Künstlers. Der Hirmer Verlag veröffentlicht den Katalog zur Ausstellung.

Konzeptkunst – die Idee als Kunst

Mel Bochner gilt als Begründer der Konzeptkunst. Die Stilrichtung kam in den 1960er-Jahren in Amerika auf und stellte den Kunstbegriff der Moderne infrage. Damals galt ausschließlich die abstrakte Malerei als Kunst. Bochner wandte sich von diesem traditionellen Bild ab und experimentierte mit Farben, einfachen Materialien und Sprache. Sein Ziel war es, der Kunst ihre verloren gegangene gesellschaftliche Relevanz zurückzugeben.

Die Idee des Künstlers steht in der Konzeptkunst an oberster Stelle. Das wird besonders deutlich in Bochners erster Ausstellung „Working Drawings and Other Visible Things on Paper Not Necessarily Meant To Be Viewed as Art“ (in der Übersetzung: „Arbeitsskizzen und andere sichtbare Dinge auf Papier, die nicht unbedingt als Kunst betrachtet werden sollen“) aus dem Jahr 1966. Bochner fertigte hierfür kein einziges Kunstwerk selbst, sondern sammelte Skizzen und Arbeitszeichnungen befreundeter Künstler. Diese kopierte er, ordnete sie in vier identische Ringbücher und präsentierte sie so dem Publikum. Die Sammlung gilt als erste Ausstellung der Konzeptkunst und wegweisend für die weitere Entwicklung.

Mel Bochner im Haus der Kunst

Seit diesem Zeitpunkt überrascht Bochner immer wieder mit einzigartigen Konzepten, denen er durch Fotografie, Malerei und Rauminstallationen Ausdruck verleiht. Die Werkschau „If the colour changes“ sammelt die Werke aus 45 Jahren seines Schaffens und stellt sie erstmals in Europa einem breiten Publikum vor. Das Münchner Haus der Kunst präsentiert die Ausstellung in Deutschland.

Der begleitende Katalog aus dem Hirmer Verlag bildet auf 214 Seiten die vielschichtigen und provokativen Arbeiten ab. Die Essays namhafter Kunstkritiker sowie die Abschriften von Mel Bochners Vorlesungen liefern spannende Hintergrundinformationen zur Entstehung der Werke.

Wechselnde Farben verwirren den Betrachter

Die Werksgruppe „If the colour changes“ verleiht der Ausstellung und dem Katalog den Namen. Die Ölbilder zitierten eine Textpassage zum Thema Farbe: „Beobachten ist nicht das Gleiche wie Betrachten oder Anblicken. Ändert sich die Farbe, betrachtest du nicht mehr die, die ich meinte.“

Der deutsche Originaltext und die englische Übersetzung überlappen sich. Die Buchstaben rutschen ineinander. Manchmal malt Bochner jedes Wort in einer anderen Farbe und lässt den Hintergrund weiß. Dann wieder erstrahlt die Leinwand in bunten Farbtönen und wilden Mustern, dafür ist der Text einheitlich. Die Farben erschweren das Lesen. Der Betrachter muss entschlüsseln, welche Zeilen und Buchstaben zueinander gehören. Das lenkt ihn so sehr ab, dass er den Sinn des Textes kaum mehr versteht.

Neben den Farben spielen Buchstaben und Zahlen eine besondere Rolle in Bochners Werken. Diese Formen bilden die Grundlage für seine Arbeit. Daraus entwickelt er seine beeindruckenden Skulpturen, Gemälde, Fotografien und Rauminstallationen.

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