Großeinsatz bei Salzburg

27 Menschen aus Höhle gerettet

Salzburg - Wegen starker Regenfälle waren in Salzburg am Mittwoch 27 Menschen in einer Höhle eingeschlossen. Erst am Nachmittag kam die Entwarnung.

Ein Höhlendrama ist für 26 vorwiegend deutsche Touristen in Salzburg glücklich ausgegangen: Mehrere Stunden waren sie am Mittwoch in einer Höhle eingeschlossen. Wegen starken Regens war das Wasser beim Ein- und Ausgang so stark angestiegen, dass die Gruppe die Lamprechtshöhle im Salzburger Pinzgau nicht mehr verlassen konnte. Alle Eingeschlossenen, unter ihnen sechs Kinder, wurden am Nachmittag dann unverletzt geborgen und kamen mit nassen Füssen davon. „Alle waren ruhig und gefasst“, sagte Gernot Salzmann von der Höhlenrettung zur Nachrichtenagentur dpa.

Zunächst war von 27 Eingeschlossenen die Rede gewesen. Salzmann revidierte nach der Bergung die Angaben. Zur genauen Herkunft der deutschen Touristen konnten zunächst weder die Polizei noch die Einsatzkräfte Auskunft geben. Die Gruppe habe aus Einzelpersonen und Familien verschiedener Herkunft bestanden.

Das Abenteuer begann Mittwochvormittag: Nach starken Regenfällen schlug das Vorwarnsystem der Höhle Alarm. Die Besucher versuchten noch, aus der größten und längsten wasserführenden Höhle Europas ins Freie zu gelangen. „Aber das Wasser flutete den Ein- und Ausgangsbereich einfach zu schnell“, sagte Salzmann.

In der Höhle sind für solche Notfälle aber spezielle Vorkehrungen vorhanden. Die Betroffenen konnten an einer erhöhten und trockenen Stelle ausharren. Ein telefonischer Kontakt war zu jeder Zeit gegeben. Auch Decken, Taschenlampen Wasser und Müsliriegel standen für die Touristen bereit.

Nachdem der Wasserstand im Laufe des Nachmittags zurückging, begann die Bergung. Vier Einsatzkräfte machten sich mit Tee und Wärmepaketen auf den Weg zu den Eingeschlossenen und führten sie wieder ins Freie. In einer Hütte wurde während der Rettungsaktion ein Raum für sie zum Aufwärmen aufgeheizt. Ein Arzt untersuchte die Gruppe, aber alle blieben unverletzt. Niemand kam ins Krankenhaus. „Der Großteil wollte nur so schnell wie möglich wieder zur eigenen Unterkunft“, sagte Salzmann.

Der Eingang zur Lamprechtshöhle wurde schon mehrmals von Wasser blockiert, zuletzt im Juni 2002. Bei einem weiteren Vorfall 1998 war unter den Eingeschlossenen auch eine Epileptikerin, die einen Anfall erlitt. 

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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