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Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg will prüfen, ob die Geräte abgeschaltet werden müssen, die Charlie Gard derzeit am Leben halten.

„In Würde sterben lassen“

Menschenrechtsgericht prüft Klage der Eltern des schwerkranken Charlie Gard

Die Ärzte sehen keine Heilungschancen mehr für den kleinen Jungen Charlie Gard. Sie beantragten, die lebenserhaltenden Geräte abschalten zu dürfen. Die Eltern wehren sich dagegen.

Straßburg - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Großbritannien aufgefordert, die lebenserhaltenden Maßnahmen für das acht Monate alte und unheilbar kranke Baby Charlie Gard noch bis kommenden Dienstag fortzusetzen. Damit solle einer kleinen Kammer des Straßburger Gerichts die Möglichkeit gegeben werden, in einem Eilverfahren über eine Beschwerde der Eltern gegen Großbritannien zu entscheiden.

Ärzte beantragten Abschaltung der Geräte

Sie wehren sich gegen die Anweisung eines Londoner Gerichts vom Dienstag, die lebenserhaltenden Apparate abzuschalten und den kleinen Jungen "in Würde" sterben zu lassen. Das Baby leidet an einer seltenen genetischen Krankheit, sein Gehirn ist stark geschädigt. Die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte hatten die Ärzte am Londoner Great Ormond Street Hospital beantragt, wo das Kind behandelt wird. Die vom Gericht befragten Experten halten eine Heilung für ausgeschlossen.

Eltern wollen Sohn nicht sterben lassen

Die Eltern reagierten fassungslos auf das Urteil. Sie wollten Charlie mit einer Versuchsmethode in den USA behandeln lassen und sammelten dafür im Internet auf der Seite Gofundme bereits umgerechnet 1,4 Millionen Euro an Spenden. Nach dem Urteil wandten sich die Eltern an den Straßburger Gerichtshof. Er wies Großbritannien nun an, das Baby bis "Dienstag um Mitternacht" am Leben zu erhalten. Dabei sollten die Ärzte "soweit wie möglich" dafür sorgen, dass der kleine Junge möglichst wenig leidet und seine Würde gewahrt bleibt.

afp

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