1. Startseite
  2. Welt

Merkel berät mit Bush über Nahost-Konflikt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

- Berlin/Washington - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will heute bei einem Kurzbesuch in Washington mit US-Präsident George W. Bush über den Nahost-Friedensprozess beraten. Bei ihrer Antrittsvisite als EU-Ratspräsidentin soll es auch um eine mögliche Stärkung des Nahost-Quartetts gehen: EU, USA, Russland und den Vereinte Nationen.

Merkel will ferner über die Situation im Irak und in Afghanistan sowie das iranische Atomprogramm sprechen.

Kurz vor ihrer Reise warb die Kanzlerin außerdem für eine «transatlantische Wirtschaftspartnerschaft» zwischen der EU und den USA. Die EU-Kommission lobte diese Initiative Merkels ebenso wie Vertreter der Wirtschaft.

Die EU und Nordamerika - inklusive Kanada - stünden zusammen für 72 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts, sagte Fred Irwin, Präsident der Amerikanischen Handelskammer. Eine engere Kooperation sei sehr wichtig: Durch die Einführung gemeinsamer technischer Standards könnten mehrere Milliarden Euro eingespart werden.

Die deutsche Industrie forderte einen «energischen» Abbau von Handelshemmnissen. Nötig sei ein Rahmenabkommen für die Bereiche geistiges Eigentum, Energie und Umwelt sowie für die Finanzmärkte, sagte ein Sprecher des BDI.

Der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Guido Westerwelle forderte Merkel auf, bei ihrer USA-Visite auf strategische Klarheit in der Nahost-Politik zu drängen:  "Die Welt muss wissen, wohin Präsident Bush sein Land in der Irak-Frage führen will." Er sprach sich ebenfalls für einheitliche Wettbewerbsbedingungen auf beiden Seiten des Atlantiks aus.

Grünen-Fraktionscehfin  Renate Künast sagte: «Die Bundeskanzlerin sollte darauf dringen, dass der Kampf gegen den Terrorismus mit rechtsstaatlichen Mitteln geführt wird.» Dazu müsse Merkel bei Bush vor allem erreichen, dass die Vereinten Nationen gestärkt werden. Sie solle in Washington auch das Thema Klimaschutz ansprechen - nicht zuletzt mit Blick auf ihre G8-Präsidentschaft.

Der Koordinator für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, Karsten Voigt (SPD), bekräftigte die deutsche Bereitschaft, diplomatisch Hilfe zu leisten, «auch im Kontakt mit Staaten der Region, mit denen die USA keine engen Kontakte haben».

Auch interessant

Kommentare