Merkel kämpft für die Geiseln

- Berlin/Kairo - Ein erstes Video-Band mit Bildern der im Irak entführten Ingenieure hat in Deutschland Erleichterung, aber auch große Sorge ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte am Freitag "dringend" die unverzügliche Freilassung der beiden Geiseln.

"Die Bundesregierung verurteilt diese grausame Entführung auf das Allerschärfste", sagte sie in Berlin. Die Video-Bilder hätten sie tief bewegt. "Bei all unseren Bemühungen haben das Leben und die körperliche Unversehrtheit unserer beiden Landsleute oberste Priorität", betonte die Kanzlerin.

Die Ingenieure aus Sachsen waren am Dienstagmorgen wenige Tage nach ihrer Ankunft in der nordirakischen Industriestadt Bedschi verschleppt worden. In der Videobotschaft, die der arabische Sender Al-Dschasira ausstrahlte, bitten René Bräunlich und Thomas Nitzschke die Bundesregierung, alles für ihre Freilassung zu tun. Das Video wurde am Tag der Entführung aufgenommen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, es seien "erschütternde Bilder". Das Video wurde nach Angaben des Auswärtigen Amtes (AA) gemeinsam mit Bundesnachrichtendienst und Bundeskriminalamt geprüft.

Merkel betonte, die Bundesregierung werde in ihren Bemühungen nicht nachlassen, damit die Entführten unversehrt, sicher und gesund nach Hause kämen. Zugleich versicherte sie den Familien, Angehörigen, Freunden und Mitarbeitern der Firma der Ingenieure ihre Anteilnahme: "Sie sollen wissen, dass sie mit ihrer Sorge und der Ungewissheit nicht alleine sind."

In den Video-Aufnahmen erwähnten die beiden Deutschen keine konkreten Forderungen im Namen der Geiselnehmer. Die Entführer nennen sich "Kataib Ansar al-Tawhid wa al-Sunna" (Brigaden der Anhänger der göttlichen Einheit und des Beispiels des Propheten). Die Geiseln sind in dem Video, das von guter Bild- und Tonqualität ist, deutlich zu erkennen. Sie hocken auf dem Boden, rechts und links neben ihnen stehen bewaffnete Männer. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als seien die Geiseln bei guter Gesundheit.

Die Leitung der Firma Cryotec, für die die Entführten arbeiten, zeigte sich erleichtert über das erste Lebenszeichen ihrer Mitarbeiter: "Wir haben im Vorfeld der Reise alles getan, um das Risiko zu minimieren", sagte Geschäftsführer Bienert.

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