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Fehlt da nicht jemand? Angela Merkel und die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, wurden für die Leser einer ultraorthodox-jüdischen Zeitung wegretuschiert.

Historische Bildfälschung

Merkel aus Trauermarschfoto retuschiert

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Paris - Die ganze Welt hat Angela Merkel am Sonntag in der ersten Reihe des Pariser Trauerzugs mitlaufen sehen. Doch in der Version einer Zeitung aus Israel hat sich die Kanzlerin in Luft aufgelöst.

Es gehört schon jetzt zu den Fotos des Jahres 2015: Ranghohe Vertreter von mehr als 40 Ländern gedachten am vergangenen Sonntag zusammen mit Hunderttausenden Bürgern in einem Marsch durch Paris der Opfer der islamistischen Terror-Anschläge. Auf dem Bild, das die ultraorthodox-jüdische Zeitung "HaMevasser" (Der Wegbereiter) von dem historischen Ereignis abdruckte, fehlte jedoch Bundeskanzlerin Merkel, die sich zwischen dem französischen Präsidenten Francois Hollande und EU-Ratspräsident Donald Tusk eingehakt hatte.

Was war passiert? Die Zeitung war dem strikten Gebot gefolgt, dass Frauen nicht abgebildet werden dürfen, um weltliche Gelüste der Strenggläubigen im Zaum zu halten. Das ist in Printprodukten, die sich in Israel an ultraorthodoxe Leser wenden, nicht unüblich. Meistens hilft schon die Bildauswahl oder der gewählte Ausschnitt. Das war beim emblematischen Foto aus Paris aber nicht möglich.

Die Kanzlerin war nicht die einzige Frau, die sich dank digitaler Bildbearbeitung in Luft aufgelöst hatte: Auch die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo fiel Photoshop zum Opfer. Von der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini ist hingegen nur eine Hand am Bildrand zu sehen, der Rest von ihr wurde weggeschnitten.

In den Jerusalemer Wohnvierteln der Strenggläubigen kommt es immer wieder zu Protesten und sogar Steinwürfen, wenn auf Linienbussen Reklame mit weiblichen Abbildungen zu sehen ist. Dabei spielt keine Rolle, wie züchtig die Frauen auf den Postern gekleidet sind.

Auch das echte Bild ist ein "Fake"

So sah die "erste Reihe" des Pariser Trauermarsches tatsächlich aus.

Mittlerweile kam aber auch heraus, dass das denkwürdige Bild der trauernden Staats-und Regierungschefs sowieso einen falschen Eindruck vermittelt: Zwar stehen Merkel und Co. in der ersten Reihe des Marsches, jedoch führen sie nicht die Hunderttausenden an, die an diesem denkwürdigen Sonntag durch Paris gingen. Vielmehr wurde das Bild nach übereinstimmenden Medienberichten in einer abgesperrten Seitenstraße der französischen Hauptstadt aufgenommen - offenbar aus Sicherheitsgründen. 

hn/AFP

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