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Claudia Möllers, Ressortleiterin der MM-Bayernredaktion.

"Die Chance wurde gut genutzt"

Kommentar zum Katholikentag: Nicht verstecken

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Leipzig war genau der richtige Ort für den 100. Katholikentag. Die sächsische Messestadt vereint alle Themen, die derzeit in Kirche, Gesellschaft und Politik für Diskussionsstoff sorgen. Ein Kommentar von Claudia Möllers.

Glaubensschwund, eine starke fremdenfeindliche Bewegung und eine ausgeprägte Sehnsucht nach Sinnstiftung. Insofern hatte der Katholikentag die Chance, eine richtige Zeitansage in einem schwierigen Umfeld zu sein. Und diese Chance wurde gut genutzt.

Ein volkskirchliches Umfeld in Leipzig? Fehlanzeige. Hier waren die Kirchenleute gezwungen, sich etwas einfallen zu lassen. Nicht im Kanzelton predigen, sondern einfach und verständlich auch für Fernstehende. Ein gutes Übungsfeld für haupt- und ehrenamtliche Kirchenvertreter im Westen der Republik. Denn auch hier schwindet das Wissen um Religion zusehends. Auch hier muss man dringend trainieren, nicht über die Menschen hinwegzureden.

Gesellschaft und Politik haben in Leipzig mit einer starken Bewegung zu kämpfen, die Vorurteile gegenüber Fremden und Flüchtlingen hat. Die Katholiken konnten erfahren, wie sehr sie in dieser Debatte gebraucht werden. Und dass sie sich nicht wegducken dürfen. Nicht nur in der Auseinandersetzung mit der AfD, sondern auch als diejenigen, die sich den vielfach missbrauchten Begriff vom christlichen Abendland wieder aneignen müssen, indem sie die Werte wie Weltoffenheit, Toleranz, Barmherzigkeit und Hilfsbereitschaft neu mit Leben füllen. Und ihren Glauben nicht verstecken.Leipzig hat der katholischen Kirche eine große Aufgabe gestellt. Aber auch gezeigt: Ihr Christen werdet in Deutschland und weltweit dringend gebraucht.

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