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Die Musikfans trotzen bei "Rock am Ring" dem Wetter.

Trotz Warnungen eines Meteorologe

Nach stundenlanger Unterbrechung: "Rock am Ring" am Abend fortgesetzt

Mendig - Die Zahl der bei Blitzeinschlägen während "Rock am Ring" verletzten Menschen wird leicht nach unten korrigiert. Am Samstag wird das Festival erst abends fortgesetzt.

Nach einem heftigen Gewitter haben die Veranstalter von "Rock am Ring" in der Eifel beschlossen, das Festival mit Abendkonzerten auf zwei Bühnen fortzusetzen. Zehntausende von Rockfans strömten daraufhin am Samstagabend begeistert auf das verschlammte Flugplatzgelände in Mendig. Auf dem Programm standen unter anderem die legendären Red Hot Chili Peppers mit Funk und Alternative Rock aus Kalifornien, die ebenfalls aus Kalifornien angereiste Alternative-Metal Band Deftones und das Berliner Septett The BossHoss mit einem von Countrymusik geprägten Rockstil.

Am frühen Samstagnachmittag hatten die Veranstalter nach einem Krisengespräch mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) beschlossen, das Festival wegen weiterer Unwetterwarnungen zu unterbrechen. Danach prüften die Veranstalter kontinuierlich, ob die Wetterlage doch noch weitere Konzerte zulassen kann.

Drei Blitzeinschläge am Freitagabend

Bereits am Freitag musste das Festival wegen drei Blitzeinschlägen und mehr als 70 Verletzten für 90 Minuten unterbrochen werden. Eine zwischenzeitlich kursierende Zahl von bis zu 82 Verletzen sei wegen Doppelerfassungen nicht korrekt. "15 sind schwer verletzt worden. Zwei davon wurden erfolgreich reanimiert", hatte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen mitgeteilt. 

DRK-Helfer stehen beim Festival "Rock am Ring" neben der Bühne.

Wie es am finalen Tag des Festivals weitergeht, ist noch nicht klar. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstagnachmittag: "Ich gehe davon aus, dass am Sonntag kein 'Rock am Ring' stattfindet." Am Sonntag werde noch ein heftigeres Gewitter erwartet.

Im vergangenen Jahr hatte das Wetter ebenfalls üble Folgen - damals wurden nach Blitzeinschlägen bei "Rock am Ring" 33 Menschen verletzt.

Bilder: Schlammfestspiele bei "Rock am Ring"

Meteorologe Dominik Jung zu Fortsetzung von "Rock am Ring"

"Da hat jemand Nerven wie Drahtseile", kommentiert der renommierte Meteorologe Dominik Jung vom Wetter-Portal wetter.net die Entscheidung der Veranstalter. Denn: "Auch heute und morgen drohen rund um Koblenz und damit auf dem Festival-Gelände weitere heftige Gewitter und auch Unwetter können wieder mit dabei sein." Jung kann nicht verstehen, wie man so viele Menschen diesem Risiko aussetzen will. Für ihn steht fest: "Eine Fortführung des Festivals ist unter diesen meteorologischen Bedingungen im Grunde nicht zu verantworten."

Als Hauptgefahr für die Besucher von "Rock am Ring" sieht er vor allem in den Blitzen. "Auf dem offenen Gelände gibt es kaum Schutz für so viele Menschen. Das gilt generell für alle Groß-Events unter freiem Himmel und an diesem Wochenende. Lediglich im Nordosten ist die Lage heute und morgen entspannter und sicherer.”

"Rock am Ring": Abbruch stand nicht im Raum

Momentan scheint es ziemlich unwahrscheinlich, dass "Rock am Ring" 2016 wegen der möglichen Unwetter abgesagt wird. Via Facebook meldete sich Festivalveranstalter Marek Lieberberg am Samstagnachmittag zu Wort: "Das Festival wird am Samstag wie geplant fortgesetzt! Einen Abbruch, wie teilweise falsch berichtet wurde, stand überhaupt nicht im Raum. Sollten im Verlauf des Festivals weitere Gewitter auftreten, werden die Auftritte der Künstler gegebenenfalls für den Gefahrenzeitraum suspendiert. Das war auch am Freitagabend so."

Am Samstag hat sich die Fortsetzung von "Rock am Ring" verzögert. Auch eine Stunde nach dem planmäßigen Beginn des Programms war die erste Band noch nicht auf der Bühne. Behörden und Veranstalter berieten nach dpa-Informationen über das weitere Vorgehen angesichts des andauernden Blitzrisikos. Es deutete sich jedoch an, dass das Festival weitergeht.

Am Nachmittag schien die Sonne bei schwüler Luft, aber am Horizont zeigten sich wieder erste Gewitterwolken. Radlader verteilten Stahlplatten und Rindenmulch auf dem völlig durchnässten Festivalgelände. Manche Bereiche waren mit rot-weißem Flatterband gesperrt.

 

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