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Die Proteste in Syrien forderten bereits 1300 Menschenleben

Neue Hinweise auf Meuterei in syrischer Armee

Damaskus/Istanbul - In Syrien mehren sich die Hinweise auf eine Meuterei in der Armee. Grund für den wachsenden Widerstand ist das brutale Vorgehen gegen friedliche Demonstranten. 

Die Regierung hatte am Montagabend erklärt, bewaffnete Extremisten hätten in der Provinz Idlib 120 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet. Mehrere Exil-Oppositionelle, die helfen, den Transport verletzter Zivilisten aus der Provinz in die Türkei zu organisieren widersprechen dieser Version. Sie berichteten, die Soldaten seien von Angehörigen der Armee erschossen worden, weil sie sich geweigert hätten, in der Ortschaft Dschisr al-Schogur auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen.

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira strahlte unterdessen eine Videoaufzeichnung aus, die einen jungen Mann in der Uniform der syrischen Armee zeigt. Er erklärt, er sei desertiert. Zur Begründung sagt er, das brutale Vorgehen der Armee gegen friedliche Demonstranten sei ein Verbrechen. Er rief die Offiziere der Städte, in denen die Armee auf Demonstranten geschossen hatte, zur Meuterei auf.

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Seit Beginn der Proteste in Syrien Mitte März sind schätzungsweise 1300 Menschen getötet worden. Die Regierung kündigte in den vergangenen Wochen mehrere Reformen in den Bereichen Wirtschaft und Soziales sowie ein neues Parteiengesetz an. Die Protestbewegung, die zunächst nur eine demokratische Öffnung gefordert hatte, hat sich jedoch durch die Gewalt gegen Demonstranten radikalisiert und fordert inzwischen den Sturz des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. 

dpa 

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