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Polizisten bei einem Einsatz an einer Hauptstraße in Uruapan in Mexiko. Foto: Sicherheitsamt Michoacan

Horrorfund in Uruapan

Mexikanisches Drogenkartell hängt Tote an Brücke

Im Morgengrauen bietet sich den Bewohnern von Uruapan ein schauriger Anblick: Tote hängen von einer Brücke, Leichenteile liegen auf der Straße. Es handelt sich offenbar um Opfer eines Krieges zwischen zwei Drogenbanden.

Uruapan (dpa) - Ein Drogenkartell hat in Mexiko seine Brutalität in aller Öffentlichkeit zur Schau gestellt: Die Überreste von 19 Menschen wurden an einer Hauptstraße der Stadt Uruapan entdeckt.

Sechs Leichen hingen an Stricken von einer Brücke. Daneben hing eine große, bedruckte Plastikplane, auf der eine Warnung stand.

An zwei anderen Abschnitten der Straße lagen Leichenteile, manche davon in Plastiktüten, wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Michoacán mitteilte. Örtlichen Medienberichten zufolge machten Anwohner die schaurigen Funde am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit).

Manche der Toten wiesen nach Angaben des Generalstaatsanwalts von Michoacán, Adrián López, Schusswunden auf. Unter den 19 Leichen seien die von drei Frauen, sagte er bei einer Pressekonferenz. Die Identitäten der Toten wurden zunächst nicht bekannt.

Das Plakat hing zwischen zwei Leichen, deren Genitalien unbedeckt waren, wie auf einem Foto in örtlichen Medien zu sehen war. In dem Text hieß es, wer Angehörigen der rivalisierenden Bande Los Viagras helfe, werde so enden wie die Getöteten. Unterschrieben war er mit dem Namen des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG).

Generalstaatsanwalt López sprach von einem Konflikt um die Kontrolle über den Drogenhandel in der Gegend. Teile Mexikos werden von mächtigen Drogenkartellen wie dem CJNG kontrolliert, die sich bisweilen blutige Machtkämpfe miteinander liefern.

In Uruapan, im Herzen eines der größten Avocado-Anbaugebiete der Welt, hatte im September 2006 ein bis dahin unbekanntes Kartell namens La Familia Michoacana fünf blutverschmierte Köpfe auf die Tanzfläche einer Bar geworfen.

Kurz darauf wurde Felipe Calderón Präsident von Mexiko. Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt schickte er Tausende Soldaten und Bundespolizisten in die Schlacht gegen die Narcos. Die Gewalt eskalierte, bis 2011 verdoppelte sich die Zahl der Morde auf rund 22.000 pro Jahr. Machtdemonstrationen der Gangs durch das Zurschaustellen ihrer zahlreichen Todesopfer - wie nun erneut in Uruapan - waren keine Seltenheit mehr.

Nachdem sich die Lage zwischenzeitlich etwas entspannte, ist sie inzwischen unübersichtlicher denn je. Längst verdienen die Kartelle ihr Geld nicht mehr nur mit Drogenschmuggel, sondern sind auch in Erpressung, Benzindiebstahl und Menschenhandel verwickelt. Immer mehr kleine Banden mischen in dem blutigen Geschäft mit.

Im vergangenen Jahr erlebte Mexiko einen bisherigen Höchststand von fast 36.000 Morden. Zudem gelten rund 40.000 Menschen als verschwunden. Immer wieder werden Massengräber entdeckt.

Der seit vergangenem Dezember regierende Präsident Andrés Manuel López Obrador hat eine Nationalgarde aus Militärpolizisten geschaffen, um die Gewalt einzudämmen. Diese ist aber zu einem großen Teil an Mexikos Grenzen im Einsatz, um auf Druck der US-Regierung mittelamerikanische Migranten auf dem Weg in das nördliche Nachbarland aufzuhalten.

Michoacáns Innenminister Carlos Herrera twitterte am Donnerstag, der westlich von Mexiko-Stadt gelegene Bundesstaat bitte um eine verstärkte Präsenz der Nationalgarde.

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