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Studenten, Lehrer und Angehörige fordern die Rückkehr der vermissten Studenten. Nach über drei Wochen ist das Schicksal der jungen Leute noch immer unklar. Foto: Jose Mendez

Mexiko: Familien der verschleppten Studenten fordern Antworten

Mexiko-Stadt (dpa) - Über drei Wochen nach dem Verschwinden Dutzender Studenten in Mexiko haben die Eltern der Opfer Aufklärung über das Schicksal ihrer Kinder gefordert. Angehörige sprachen in Acapulco mit Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong und Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam.

Bei dem über zweistündigen Treffen hätten die Verwandten der Studenten ihre Sorgen geäußert und Fragen zum Stand der Ermittlungen gestellt, teilte das Innenministerium mit. Die Suche nach den jungen Leuten habe Priorität, sagte Osorio Chong.

Für Hinweise auf den Aufenthaltsort der 43 Studenten lobte die Generalstaatsanwaltschaft in jedem Einzelfall bis zu 1,5 Millionen Pesos (etwa 87 000 Euro) Belohnung aus. Am Montag veröffentlichte die Regierung große Anzeigen mit den Fotos der Vermissten in mehreren Tageszeitungen. Die Regierung des Bundesstaats Guerrero hatte bereits zuvor eine Belohnung von einer Million Pesos (etwa 58 000 Euro) versprochen.

Die Studenten sollen am 26. September nach Auseinandersetzungen in der Stadt Iguala von der örtlichen Polizei verschleppt worden und laut Zeugenaussagen der kriminellen Organisation "Guerreros Unidos" übergeben worden sein. Bei in mehreren Massengräbern entdeckten Leichen handelt es sich nicht um die Vermissten. Rund 300 Bundespolizisten suchen nach den Studenten des linksgerichteten Lehrerseminars Ayotzinapa. Bei der Suche kommen Helikopter, Taucher, Hundestaffeln und berittene Polizisten zum Einsatz.

Das mutmaßliche Verbrechen beschmutze die Anstrengungen seiner Regierung im Kampf gegen die organisierte Kriminalität, sagte Präsident Enrique Peña Nieto am Montag. Tatsächlich hat sich die Sicherheitslage in Mexiko seit seinem Amtsantritt Ende 2012 allerdings nicht wesentlich verbessert. Zuletzt hatten sich die Europäische Union, die Vereinten Nationen und die USA besorgt über die Menschenrechtssituation im Land gezeigt.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die engen Kontakte zwischen Behörden und Verbrecherbanden in vielen Teilen des Landes. Auch die Regierung traut offenbar ihren Vertretern in den Provinzen immer weniger. Am Wochenende übernahm die Bundespolizei die Kontrolle über zwölf Ortschaften in Guerrero und eine weitere im Bundesstaat México.

Die örtlichen Polizisten wurden entwaffnet und zur Überprüfung in eine Kaserne in Tlaxcala gebracht. Es gebe Hinweise, dass die lokalen Sicherheitskräfte von kriminellen Banden unterwandert worden seien, sagte der Nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido.

Die zapatistische Guerillaorganisation EZLN aus dem Bundesstaat Chiapas im Süden des Landes kündigte unterdessen für kommenden Mittwoch neue Proteste an. "In Empörung schließen sich die zapatistischen Völker mit ihren Brüdern von Ayotzinapa zusammen", hieß es in einer Mitteilung der Rebellen.

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