+
Ein mexikanischer Polizist mit einem Fahndungsplakat für den flüchtigen Drogenboss. Foto: Alex Cruz

Mexiko: Flüchtiger Drogenboss "El Chapo" verletzt

Nach seinem spektakulären Gefängnisausbruch ist das Militär dem Chef des Sinaloa-Kartells dicht auf den Fersen. Bislang scheiterten alle Zugriffsversuche, aber jetzt wurde Guzmán verletzt. Er hält sich offenbar in seiner Heimatregion versteckt.

Mexiko-Stadt (dpa) - Bei einem versuchten Zugriff von Sicherheitskräften ist der flüchtige mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán verwundet worden.

Der Chef des Sinaloa-Kartells habe sich Verletzungen an einem Bein und im Gesicht zugezogen, teilte das Sicherheitskabinett mit. Die Verletzungen seien allerdings nicht das Ergebnis einer direkten Konfrontation gewesen.

Zuvor hatte der US-Sender NBC über den gescheiterten Zugriff berichtet. Demnach wurde "El Chapo" verwundet, als in der vergangenen Woche Marineinfanteristen in Helikoptern sein Versteck in einer Ranch nahe der Ortschaft Cosalá im Grenzgebiet zwischen den Bundesstaaten Sinaloa und Durango im Nordwesten des Landes angriffen.

Dem Bericht zufolge schlugen Guzmáns Leibwächter die Soldaten zunächst zurück. Als die Marineinfanteristen das Gebiet später zu Fuß inspizierten, entdeckten sie Kommunikationsgerät und Medikamente, berichtete NBC. "El Chapo" und seine Leibwächter waren offenbar auf Quads geflohen.

Seit seinem spektakulären Gefängnisausbruch vor drei Monaten ist Guzmán Medienberichten zufolge bereits mindestens zweimal seinen Verfolgern entwischt. Die Zeitung "Reforma" berichtete von einem gescheiterten Zugriff in der Region Tamazula an der Grenze zwischen Durango und Sinaloa.

Aufgrund abgehörter Telefongespräche vermutete die Marine den flüchtigen Chef des Sinaloa-Kartells in seiner Heimatregion. Örtlichen Medien zufolge wurden mindestens 13 Dörfer in dem Gebiet von Sicherheitskräften des Staates umstellt. Mit Helikoptern und Fallschirmjägern, Drohnen und Straßensperren versuchten sie, "El Chapo" zu stellen. Laut einem Bericht der Zeitung "Excélsior" verließen zahlreiche Menschen in der Region wegen des Militäreinsatzes ihre Heimatdörfer.

Guzmán war am 11. Juli durch einen professionell gegrabenen Tunnel aus dem Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano im Zentrum Mexikos getürmt. Bereits am 30. Juli sollen Marineinfanteristen in der Stadt Los Mochis dem Drogenboss ganz dicht auf den Fersen gewesen sein. Aber auch damals entwischte "El Chapo" seinen Verfolgern.

Mitteilung Sicherheitskabinett

Bericht Reforma, kostenpflichtig

Bericht Excélsior

Bericht NBC

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Letzter Mensch auf dem Mond: Astronaut Gene Cernan ist tot
Washington (dpa) - Der US-Astronaut Gene Cernan, der als letzter Mensch auf dem Mond war, ist tot. Cernan sei im Alter von 82 Jahren am Montag gestorben, teilte die Nasa …
Letzter Mensch auf dem Mond: Astronaut Gene Cernan ist tot
Mindestens 27 Pest-Tote in Madagaskar
Antananarivo (dpa) - Im Süden von Madagaskar sind 27 Menschen der Pest zum Opfer gefallen. Insgesamt 68 Menschen haben sich demnach in den Regionen Atsimo-Atsinanana und …
Mindestens 27 Pest-Tote in Madagaskar
Mysteriöser Riesenbogen über Venus entdeckt - Was hat es damit auf sich?
Tokio/London - Über unseren Nachbarplaneten Venus fegen extrem schnelle Winde. Trotzdem haben Forscher in derselben Höhe eine stationäre Struktur entdeckt. Was hat es …
Mysteriöser Riesenbogen über Venus entdeckt - Was hat es damit auf sich?
Brasiliens Gefängnisse außer Kontrolle
Seit Jahresbeginn sind über 120 Häftlinge in Brasilien umgebracht worden, teilweise wurden sie geköpft. Ein Grund sind Bandenkriege, die sich hinter den Mauern …
Brasiliens Gefängnisse außer Kontrolle

Kommentare