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Wird kein Kronzeuge: Der mexikanische Drogenboss "El Chapo".

Kein Kronzeugen-Angebot

Mexiko: Kein Deal mit Drogenboss "El Chapo"

Mexiko-Stadt - Die mexikanischen Behörden haben dem mächtigen Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán Loera keine Kronzeugenregelung im Austausch gegen Informationen angeboten.

Das sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong. Damit wies er Medienberichte zurück, wonach die Generalstaatsanwaltschaft einen Deal mit dem Chef des Sinaloa-Kartells machen wolle. Inzwischen ordnete ein Bundesrichter Untersuchungshaft gegen Guzmán an und eröffnete das Strafverfahren.

„El Chapo“ soll vor einer möglichen Auslieferung an die USA der Prozess in seiner Heimat gemacht werden. Ein Bundesgericht entschied am Dienstag (Ortszeit) in Mexiko, dass der 56-jährige Boss des berüchtigten Sinaloa-Kartells unter anderem wegen organisierten Verbrechens und Drogenhandels zur Verantwortung gezogen werden soll. Zudem hoffen die Ermittler auf Informationen über das Sinaloa-Kartell. Die US-Justiz erwägt einen Auslieferungsantrag, da Guzmán auch in den Vereinigten Staaten diverse Drogendelikte zur Last gelegt werden.

Zu Befürchtungen, dem bis zu seiner Festnahme am Samstag der weltweit meist gesuchten Drogenboss könnte wieder die Flucht gelingen, sagte Innenminister Osorio Chong, "El Chapo" befinde sich in einem Hochsicherheitsgefängnis nahe Mexiko-Stadt. Dort seien alle Maßnahmen ergriffen worden, "um eine weitere Flucht dieses Kriminellen zu verhindern". Guzmáns Anwälte können binnen drei Tagen gegen die Entscheidung, ihn in Mexiko vor Gericht zu stellen, Einspruch erheben.

Nach 13 Jahren auf der Flucht hatten mexikanische Marinesoldaten den Sinaloa-Chef am Samstag in der Stadt Mazatlán im Nordwesten des Landes festgenommen. An der Festnahme in einer Touristenanlage des Badeorts waren auch US-Fahnder beteiligt.

Das Sinaloa-Kartell kontrolliert weite Teile des Drogengeschäfts in Mexiko. Mit konkurrierenden Banden liefert es sich einen blutigen Krieg um die Kontrolle des Rauschgifthandels in die USA. Dabei wurden seit Ende 2006 nach jüngsten Angaben mehr als 80.000 Menschen getötet. Für den mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto ist die Festnahme des Drogenbarons ein großer Triumph.

AFP/dpa

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