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Die mexikanische Polizei durchkämmte das Gefängnis und stieß auf luxuriös eingerichtete Zellen.

Genießen hinter Gittern

Polizei findet Luxus-Zellen in mexikanischem Horror-Gefängnis

Monterrey – Einige Insassen leisteten sich sogar eine Sauna: Nach der schrecklichen Gefängnistragödie in Mexiko, wo eine Meuterei und ein anschließendes Feuer 49 Menschenleben forderten, wurden luxuriöse Zellen entdeckt. 

Innenansicht eines Zellenblocks von Topo Chico.

Sicherheitskräfte fanden bei einer Inspektion Zellen mit großen Fernsehern, Mini-Kühlschränken und sogar Aquarien und Saunen vor, wie die Regierung des Bundesstaates Nueva León am Sonntagabend (Ortszeit) mitteilte. Die Polizei durchsuchte die Haftanstalt Topo Chico infolge des schweren Gewaltausbruch der vergangenen Woche, bei dem es 49 Tote gab.

Zudem habe man 280 Verkaufspunkte für Lebensmittel und eine Bar entdeckt. Mehrere Tonnen unerlaubter Gegenstände seien gefunden worden, vor allem Möbel, die mit Lastwagen abtransportiert wurden. Auch der interne Drogenhandel soll nun stärker bekämpft werden. „Wir beenden die Selbstverwaltung, die von Anführern des organisierten Verbrechens in Komplizenschaft mit einigen Autoritäten dort ausgeübt wurde“, teilte die Regierung Nueva Leóns mit.

Nach dem Brand: Das berüchtigte Gefängnis Topo Chico im mexikanischen Monterrey.

In Gefängnissen in Lateinamerika kommt es immer wieder vor, dass die Polizei sich aus den Angelegenheiten im Inneren der Haftanstalt weitgehend heraushält, zudem gibt es oft ein hohes Maß an Korruption. Nach dem außer Kontrolle geratenen Konflikt zwischen rivalisierenden Gruppen im Gefängnis Topo Chico soll der ganze Strafvollzug neu und strenger organisiert werden. Statt der zugelassenen 2600 saßen dort 3800 Gefangene ein. Hunderte Insassen wurden inzwischen in andere Gefängnisse verlegt.

Die Leiterin und zwei weitere Vollzugsbeamte wurden festgenommen. Ihnen werden laut Staatsanwaltschaft Totschlag und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Bei der Meuterei und einem anschließenden Brand waren am Donnerstag 49 Menschen ums Leben gekommen. Auslöser war ein Streit zwischen rivalisierenden Gruppen der berüchtigten Bande Los Zetas.

In Mexiko kommt es immer wieder zu Meutereien in Gefängnissen, Menschenrechtler kritisieren die Haftbedingungen. Der Vorfall ereignete sich kurz vor dem Besuch von Papst Franziskus im Land mit der zweitgrößten katholischen Bevölkerung der Welt. Er plant auch ein Gefängnis zu besuchen - in Ciudad Juárez, an der Grenze zu den USA.

ja/dpa

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