+
"El Chapo" war im vergangenen Jahr durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel aus dem Gefängnis geflohen. Foto: Jose Mendez

Mexiko stimmt Auslieferung von "El Chapo" an die USA zu

Der Chef des Sinaloa-Kartells soll nicht noch einmal fliehen können. In den USA wird "El Chapo" Mord, Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen. Wenn der Verbrecherboss auspackt, dürfte das auch in Mexiko Folgen haben.

Mexiko-Stadt (dpa) - Mexiko hat die Auslieferung des Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán an die USA genehmigt. Dem Chef des Sinaloa-Kartells könne in den Vereinigten Staaten der Prozess gemacht werden, teilte das mexikanische Außenministerium mit.

Zuvor hatten zwei Richter der Auslieferung zugestimmt. Guzmán kann gegen die Entscheidung noch Rechtsmittel einlegen.

"El Chapo" wird im US-Bundesstaat Texas unter anderem wegen Mordes, Drogenhandels, organisierter Kriminalität und Geldwäsche belangt. In Kalifornien wird ihm Drogenschmuggel vorgeworfen. Zwischen den USA und Mexiko besteht ein Auslieferungsantrag.

Die US-Behörden hätten garantiert, dass Guzmán in den USA nicht die Todesstrafe drohe, teilte das mexikanische Außenministerium mit. Das war eine Bedingung der Mexikaner.

Nach einer spektakulären Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis im vergangenen Jahr war "El Chapo" im Januar erneut gefasst worden. Vor Kurzem war der Drogenboss in ein Gefängnis in Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA verlegt worden.

Guzmáns Taktik war zuletzt unklar. Weil er sich in der mexikanischen Haft schlecht behandelt fühlte, kündigte er an, mit den US-Behörden verhandeln und seine Auslieferung aktiv vorantreiben zu wollen. Später erklärten seine Anwälte jedoch, sie wollten die Überstellung ihres Mandanten um jeden Preis verhindern.

In Mexiko dürfte nicht jeder über die bevorstehende Auslieferung des Drogenbosses glücklich sein. Guzmán könnte den US-Ermittlern im Gegenzug für Hafterleichterungen wertvolle Informationen zu Verbindungen von Politikern und Beamten mit dem organisierten Verbrechen anbieten. Das könnte korrupte Beamte und Politiker in Mexiko in Erklärungsnot bringen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wischgesten und Navigation: Jetzt ist unsere App noch besser 
Unsere Nachrichten-App für iOS und Android bekommt ein großes Update. Diese Änderungen sind für Sie besonders wichtig.
Wischgesten und Navigation: Jetzt ist unsere App noch besser 
Mann entdeckt sein geklautes Fahrrad -und reagiert sofort
In Berlin klaut ein Dieb ein Fahrrad. Bis hierhin nichts Ungewöhnliches. Doch dann läuft alles anders: der Bestohlene entdeckt sein Rad und rächt sich am Dieb mit einer …
Mann entdeckt sein geklautes Fahrrad -und reagiert sofort
US-Talkmaster soll sich nackt vor Kolleginnen gezeigt haben
Nun ist auch ein bekannter US-Talkmaster der sexuellen Belästigung beschuldigt worden. Charlie Rose soll sich vor Kolleginnen entblößt haben. Sein Arbeitgeber zieht die …
US-Talkmaster soll sich nackt vor Kolleginnen gezeigt haben
10.000 Fälle betroffen: Daten in britischem Labor manipuliert
In einem gerichtsmedizinischen Labor in Großbritannien sind möglicherweise Daten von Tausenden Fällen manipuliert worden. Es gab deshalb bereits Festnahmen.
10.000 Fälle betroffen: Daten in britischem Labor manipuliert

Kommentare