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Angehörige der vermissten Studenten haben Blumen und Kerzen aufgestellt.

Weitere Festnahmen

Mexiko: Vermisste Studenten nicht in Massengrab

Mexiko-Stadt - Auch über zwei Wochen nach dem Verschwinden von Dutzenden Studenten gibt noch es keine Hinweise auf deren Schicksal. Bei den in Massengräbern entdeckten Leichen handelt es sich nicht um die Vermissten.

Nach dem Verschwinden von Dutzenden Studenten in Mexiko haben die Sicherheitskräfte 14 weitere Verdächtige festgenommen. Die Polizisten hätten eingeräumt, eine Gruppe junger Leute nahe der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero festgenommen und danach der kriminellen Bande „Guerreros Unidos“ übergeben zu haben, sagte der Chefermittler der Generalstaatsanwaltschaft, Tomás Zerón, am Dienstagabend (Ortszeit).

Wegen des Vorfalls sind mittlerweile fast 50 Verdächtige in Haft. Bei den meisten handelt es sich um städtische Polizisten. Auch Mitglieder der „Guerreros Unidos“ sind darunter. Außerdem wurde der Bürgermeister der nahe Iguala gelegenen Ortschaft Cocula von der Regierungspartei PRI festgenommen.

Vermisste Studenten nicht unter Leichen aus Massengrab

Auch nach über zwei Wochen ist das Schicksal der Lehramtsstudenten der linken Hochschule Ayotzinapa noch immer unklar. Zwar wurden vor den Toren von Iguala mittlerweile mehrere Massengräber mit zahlreichen Leichen entdeckt. Allerdings hätten erste Gentests der Toten keinerlei Übereinstimmung mit den Angehörigen der Vermissten gezeigt, sagte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam.

Die Studenten waren verschwunden, nachdem sie sich am 26. September Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert hatten. Später führten zwei Mitglieder der „Guerreros Unidos“ die Ermittler zu mehreren Gräbern und räumten den Mord an 17 Verschleppten ein. Die Bande hat nach Erkenntnissen der Generalstaatsanwaltschaft die örtlichen Sicherheitskräfte unterwandert.

Nach einem Geheimdienstbericht könnte die Ehefrau des Bürgermeisters von Iguala das harte Vorgehen gegen die Studenten angeordnet haben, um ungestört eine Rede halten zu können. Die Frau soll aus einer bekannten Drogenhändler-Familie stammen. Der Bürgermeister, seine Frau und der örtliche Sicherheitschef sind untergetaucht.

Präsident Enrique Peña Nieto sagte am Dienstag, Mexiko werde alles tun, um Vorfälle wie in Iguala künftig zu verhindern. Nach Angaben der Nationalen Sicherheitskommission sind mittlerweile fast 900 Beamte der Bundespolizei in Iguala im Einsatz. 300 Polizisten widmeten sich ausschließlich der Suche nach den vermissten Studenten.

Unterdessen kam bei einem Einsatz der Sicherheitskräfte ein mutmaßlicher Anführer der „Guerreros Unidos“ ums Leben. Benjamín Mondragón Pereda habe sich am Dienstag nach einem Gefecht mit Sicherheitskräften im Bundesstaat Morelos erschossen, sagte der Nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido.

Beamte der Bundespolizei hätten den per Haftbefehl Gesuchten in einem Haus in der Ortschaft Jiutepec gestellt. Nach Verhandlungen um freies Geleit für seine schwangere Freundin habe er sich das Leben genommen, sagte der Sicherheitsbeauftragte. Bei dem Einsatz wurden zwei weitere mutmaßliche Mitglieder der „Guerreros Unidos“ festgenommen.

dpa

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