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Seit 100 Tagen fehlt von Flugh MH 370 jede Spur (l). Auch Luftfahrtpionierin Amelia Earhart gilt bis heute als verschollen.

MH 370 seit 100 Tagen vermisst

Verschwundene Flugzeuge: Oft bleibt Suche erfolglos

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München - Seit 100 Tagen ist Flug MH370 verschollen. Wenn Angehörige spurlos über See verschwinden, ist das für die Familien kaum auszuhalten. Sie wissen nichts über die letzten Stunden ihrer Liebsten.

Die Angehörigen der 239 Passagiere der Boing 777 mit der Flugnummer MH370 schweben seit 100 Tagen zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Im Internet tauchen derweil die wildesten Verschwörungstheorien auf. Unter anderem heißt es, das Flugzeug sei auf einer unbekannten Insel gelandet.

Wer mag es den Angehörigen verdenken, dass sie sich an solche Hoffnungen klammern? Denn Trauer braucht einen Ort. Dies zeigen die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahrhundert. Das Schicksal „Vermisst über See“ hat seit den Anfängen der Fliegerei viele ereilt.

Am Anfang waren es Forscher, Rekordjäger und vermögende Abenteurer, die spurlos über dem Meer verschwanden – und trotz aufwändiger Suchaktionen nicht mehr gefunden wurden. So etwa der norwegische Nationalheld Roald Amundsen. Der Polarforscher, der als erster Mensch den Südpol bezwang, war im Juni 1928 in einem Flugzeug Richtung Nordpol gestartet. Er wollte den italienischen Forscher Umberto Nobile, einen Konkurrenten, retten. Nobile war beim Heimflug von einer Nordpol-Expedition mit dem Luftschiff verunglückt, wurde aber wenig später gefunden. Doch Amundsen verschwand spurlos. Trotz aufwändiger Suchaktionen und der neuesten Technik wurde sein Flugzeug bis heute nicht gefunden.

Ebenso erging es der amerikanischen Luftfahrtpionierin Amelia Earhart. Bis heute wird die Maschine der mutigen Fliegerin, die als erste Frau alleine den Atlantik überquerte, gesucht, zuletzt 2012 mit modernster Technik. Earhart verschwand 1937 bei ihrem Versuch, im Alleinflug die Welt zu umrunden. Millionen Dollar wurden vergebens in Suchaktionen gesteckt. In den Weltkriegen ereilten das Schicksal „Vermisst über See“ auch viele Familien. Unter den berühmten Opfern, die verschwanden, waren der Musiker Glenn Miller und der Schriftsteller Antoine de Saint-Éxupery. Von der Maschine, in der Glenn Miller saß, fehlt bis heute jede Spur.

Das Geheimnis um das Verschwinden von Antoine de Saint-Éxupery konnten die Taucher Luc Vanrell und Lino von Gartzen 2006 lüften – sie fanden seine Maschine vor Marseille im Meer und fanden auch den deutschen Piloten, der sie 1944 abschoss – 62 Jahre nach seinem Verschwinden. Dabei klärten die Forscher auch ein anderes Schicksal auf: Das des Fürsten Alexis zu Bentheim und Steinfurt aus dem Münsterland. Sie fanden dessen Maschine, eine Messerschmidt 109. Der Bruder des Fürsten, Fürst Christian zu Bentheim, war erleichtert, zu erfahren, wie sein Bruder gestorben war. Es hatten ihn über Jahrzehnte Phantasien geplagt, sein Bruder sei von einem U-Boot aufgelesen worden oder habe sonst irgendwie überlebt und warte auf Rettung.

Flug MH370: Chronologie einer Suche

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„Durch die Geschichte des Fürsten habe ich selbst miterlebt, wie wichtig es für die Angehörigen ist, Gewissheit zu haben“, sagt von Gartzen, der am Starnberger See lebt. Er stellt fest: „Bis heute verschwinden Flugzeuge über den Meeren – trotz modernster Technik und umfangreicher Navigationsmittel. In den seltensten Fällen gelingt es, sie auf dem Meeresgrund zu finden.“ Das Schicksal der Boeing 777 zeige dies auf erschreckende Weise.

svs

Buchhinweis

Lino von Gartzen, Susanne Sasse: Vermisst über See, 160 Seiten, Bucher, 26,99 Euro

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