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MI5-Chefin: Terrorzellen planen 30 Anschläge

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- London - Der britische Geheimdienst MI5 hat nach eigenen Angaben Kenntnis von rund 30 Planungen für möglicherweise verheerende terroristische Anschläge im Vereinigten Königreich und anderen Staaten.

Agenten des MI5 würden derzeit etwa 1600 Verdächtige in rund 200 mutmaßlichen terroristischen Zellen observieren, um einer wachsenden Gefahr von Anschlägen zu begegnen, erklärte die Chefin des Dienstes, Dame Eliza Manningham-Buller, in einer am Freitag veröffentlichten Rede.

Mit ihrer Warnung wolle sie ein realistisches Bild von der terroristischen Bedrohung vermitteln, erklärte Dame Eliza. Allein seit Januar habe sich die Anzahl der Terrorismus-Verdachtsfälle in Großbritannien um rund 80 Prozent erhöht. «Die Gefahren von morgen könnten - und ich glaube, werden auch - Chemikalien, bakteriologische Substanzen, radioaktives Material und sogar Nukleartechnologie einschließen», sagte die MI5-Chefin.

Die Warnung von Dame Eliza, die nur sehr selten öffentliche Erklärungen abgibt, erfolgte zwei Tage nach der Verurteilung eines muslimischen Briten zu lebenslanger Haft wegen der Planung von Terroranschlägen. Der 34-jährige Dhiren Barot hatte laut Urteilsbegründung in Abstimmung mit dem Terrornetzwerk El Kaida unter anderem einen Anschlag mit einer «schmutzigen Bombe» unter Verwendung von radioaktivem Material vorbereitet. Er soll zudem einen Sprengstoffanschlag auf einen U-Bahnzug in einem Tunnel unter der Themse geplant haben.

Großbritannien war am 7. Juli 2005 durch Bombenanschläge von britischen Muslimen in drei Londoner U-Bahnen und einem Bus erschüttert worden, bei denen 52 Menschen ermordet wurden. Seitdem wurden nach Polizeiangaben fünf größere Verschwörungen zu terroristischen Anschlägen aufgedeckt. Erst am 10. August hatten Scotland Yard und MI5 eigenen Angaben zufolge durch die Verhaftung von mehr als 20 mutmaßlichen Terroristen eine Serie von Anschlägen auf Passagierflugzeuge mit neuartigen Flüssigsprengstoffen verhindert.

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