Trump kündigt Besuch an

Warnung vor „historischen“ Sturzfluten: US-Bundesstaat ruft Notstand aus - Corona-Pandemie verschärft Lage

Im US-Bundesstaat Michigan müssen Tausende Menschen wegen Überflutungen ihre Häuser verlassen. Angesichts der Corona-Pandemie eine umso größere Herausforderung.

  • Heftige Regenfälle führten im US-Bundesstaat Michigan zu Überflutungen und Dammbrüchen.
  • Nun müssen Tausende Menschen evakuiert werden.
  • Das ist zu Corona-Zeiten noch schwieriger als sonst. 

Update 21. Mai, 7.14 Uhr: Hochwasser nach heftigen Regenfällen hat im US-Bundesstaat Michigan zwei Dämme brechen lassen und tausende Menschen zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Es seien vermutlich die schlimmsten Überflutungen in der Region „in 500 Jahren", sagte Gouverneurin

Gretchen Whitmer am Mittwoch. Sie rief für den Bezirk Midland nahe des Huron-Sees den Notstand aus.

Der Nationale Wetterdienst warnte vor lebensbedrohlichen Sturzfluten und rief die Menschen in der Region auf, sich sofort in höher gelegene Gebiete zu begeben. Das Rathaus der Stadt Midland teilte mit, insgesamt rund 11.000 Menschen würden ihre Häuser verlassen. Todesfälle seien bislang keine gemeldet worden.

Der Zyklon Amphan hat in Indien und Bangladesch mit voller Wucht getroffen. Der Wirbelsturm hat mindestens 22 Menschenleben gefordert. Die Regierung spricht von einer Katastrophe größer als Corona. 

Historische Überflutungen in Michigan: Dämme gebrochen - Gouverneurin ruft Notstand aus

Die zwei Dämme brachen nach Angaben der Behörden in den Orten Edenville und Sanford, die im Bezirk Midland liegen. Das Zentrum der 42.000-Einwohner-Stadt Midland könnte bald bis zu drei Meter unter Wassern stehen, warnte Whitmer.

Es sei "schwer zu glauben", dass sich diese Überschwemmungen von "historischem" Ausmaß inmitten der Coronavirus-Pandemie ereigneten, sagte die Gouverneurin. Die Lage wird durch die mit der Pandemie verbundenen Beschränkungen verschärft. Whitmer rief die Menschen auf, in den Notunterkünften Gesichtsmasken zu tragen und soweit möglich Abstand zu wahren.

US-Präsident Donald Trump will am Donnerstag in das im Mittleren Westen gelegene Michigan reisen. Er plant dort den Besuch einer Autofabrik, die inzwischen medizinische Ventilatoren herstellt. Die Fabrik liegt im Süden von Michigan und nicht in den von den Überschwemmungen betroffenen Gebieten.

Überschwemmungen in den USA: Nationaler Wetterdienst warnt vor gefährlichen Sturzfluten

Ursprungsmeldung vom 20. Mai:

Detroit - Rund 10.000 Menschen haben im US-Bundesstaat Michigan wegen Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen ihre Häuser verlassen müssen. Im Bezirk Midland seien wegen der Wassermassen der Edenville- und der Sanforddamm gebrochen, teilten die Behörden am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Sie ordneten Evakuierungen an. Gouverneurin Gretchen Whitmer habe für das County den Notstand ausgerufen. Die Menschen sollten in Notunterkünften Schutz suchen oder sich bei Verwandten oder Freunden außerhalb des Bezirks einquartieren.

Whitmer warnte, dass die Innenstadt von Midland in den nächsten Stunden bis zu neun Fuß (rund 2,7 Meter) unter Wasser stehen könne. „Wir erwarten einen historischen Hochwasserspiegel“, teilte sie weiter mit. Außerdem warnte der Nationale Wetterdienst vor extrem gefährlichen Sturzfluten. Auf Luftbildaufnahmen waren überflutete Straßenzüge sowie ein geborstener Damm entlang des Tittabawassee-Flusses zu sehen.

Ein von den Überflutungen in Michigan betroffener US-Bürger versucht seine Pflanzen in Sicherheit zu bringen.

Verletzt worden sei bislang niemand, teilte ein Sprecher der Bezirksverwaltung dem Sender CNN zufolge mit. Rund 3500 Wohnhäuser seien geräumt worden. Angesichts der Coronavirus-Ausbreitung* sei die Unterbringung so vieler Bürger in Notunterkünften aber eine Herausforderung. Die Menschen seien mit Gesichtsmasken* ausgestattet worden, die Einsatzkräfte trügen Schutzkleidung, hieß es weiter.

Überschwemmungen in den USA - Nationalgarde hilft bei Evakuierung

„Dies inmitten einer globalen Pandemie durchzustehen, ist fast unvorstellbar. Aber wir sind hier, und wir werden das nach besten Kräften gemeinsam meistern“, sagte die Gouverneurin. Bei der Evakuierung helfe auch die Nationalgarde. Auch andere Bundesstaaten im Mittleren Westen der USA erleben seit Tagen starke Regenfälle. 

Übrigens: Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise in den USA lesen Sie in unserem News-Ticker. 

Die Kombination aus Pandemie und extremer Unwetter-Lage trifft derzeit zudem nicht nur die USA. An den Küsten von Indien und Bangladesch treibt ein Super-Zyklon sein Unwesen

Und erst im Februar sorgte Sturmtief „Sabine“ in Deutschland und anderen Teilen Europas für Wirbel. 

Was genau die Unterschiede zwischen Stürmen, Zyklonen und Tornados sind, lesen Sie ebenfalls bei Merkur.de*.

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Rubriklistenbild: © AFP / Matthew Hatcher

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