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Ein trauriger Rekord in Sachen Miet-Abzocke machte in Paris Schlagzeilen.

Vermieterin verurteilt

212 Euro pro Quadratmeter für Zimmer ohne WC

Paris - Für ein 1,56 Quadratmeter großes Zimmer ohne WC oder Dusche hat eine Vermieterin in Paris mehr als 300 Euro im Monat verlangt. Für diese Abzocke wurde sie nun verurteilt.

Da soll noch einer sagen, die Mieten in München oder Köln seien hoch. In Paris hat ein Mieter jahrelang für ein Mini-Zimmer mit einer Wohnfläche von nur 1,56 Quadratmetern über 300 Euro pro Monat bezahlt. Der Mann hatte die Wohnung 15 Jahre lang ohne Toilette und Dusche nur mit einem Waschbecken für zuletzt 330 Euro monatlich gemietet - ein Quadratmeterpreis von 212 Euro. Die Grundfläche der Dachgeschosswohnung betrug vier Quadratmeter, von denen Schrägen anteilig abgezogen werden. Dabei hätte die Wohnung gar nicht vermietet werden dürfen: In Frankreich muss eine Bleibe mindestens neun Quadratmeter Wohnfläche haben.

11.000 Euro Schadenersatz

Für diese Abzocke wurden die Wohnungsbesitzerin und ihre Agentur jetzt verurteilt. Ein Gericht in der französischen Hauptstadt verpflichtete beide Parteien am Montag dazu, dem Mieter 11.000 Euro plus Umzugshilfe zu zahlen.

Die Anwältin des Ex-Mieters hatte bei der Anhörung im Oktober von einem "traurigen Rekord" gesprochen und die Rückzahlung von fünf Jahren Miete - etwa 19.000 Euro - und 5000 Euro Schadenersatz gefordert. Die Wohnung sei eine "Besenkammer" gewesen, sagte Samuel Mouchard von der Stiftung Abbé Pierre, die sich für Menschen in Wohnungsnot einsetzt.

Die Eigentümerin räumte einen "Fehler" ein. Die Immobilienagentur, die die Wohnung vermittelt hatte, wies dagegen jede Verantwortung mit dem Hinweis zurück, sie habe die Wohnfläche nicht gekannt.

Das Gericht befand hingegen, eine Agentur müsse überprüfen, ob die Vermietung den Vorschriften entspricht. Laut einem Dekret aus dem Jahr 2002 müssen in Frankreich vermietete Zimmer eine Wohnfläche von mindestens neun Quadratmetern bei einer Höhe von 2,20 Meter haben. Inzwischen lebt der Ex-Mieter in einer 40 Quadratmeter großen Sozialwohnung, die er als "riesig" empfindet.

afp/dpa

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