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Milizenführer Geagea nach elf Jahren Haft frei

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- Beirut/Kairo - Der frühere libanesische Milizenführer Samir Geagea ist nach elf Jahren Einzelhaft in einer unterirdischen Zelle wieder frei. Der angeschlagen wirkende einstige christliche Kriegsherr rief die Libanesen zur Versöhnung auf. "Die dunklen Jahre liegen hinter uns, wir müssen zu einem neuen Geist finden, der nichts mit dem Denken der Kriegszeit zu tun hat", sagte Geagea am Dienstag am Flughafen Beirut.

In Anspielung an das Ende der syrischen Besatzung erklärte er: "Ihr seid aus einem großen Gefängnis befreit worden, und das hat es mir ermöglicht, aus meinem kleinen Gefängnis freizukommen." Seine Freilassung war durch den Abzug der syrischen Truppen im April und die anschließende Machtverschiebung nach den libanesischen Parlamentswahlen möglich geworden. Der heute 53 Jahre alte ehemalige Anführer der rechtsgerichteten Forces Libanaises war wegen seiner Beteiligung an politischen Morden während des Bürgerkrieges (1975 bis 1990) zu lebenslanger Haft verurteilt worden.Viele Libanesen hatten sich für seine Freilassung eingesetzt und dies damit begründet, dass es unfair sei, dass alle anderen ehemaligen Kriegsherren ungeschoren davongekommen seien und nur Geagea von der allgemeinen Amnestie ausgenommen wurde.Hunderte seiner Anhänger waren am Dienstag zum Flughafen gekommen, um ihn zu begrüßen, darunter auch zahlreiche christliche Geistliche. Geagea dankte unter anderem den Führern der neuen Mehrheitsfraktion im Parlament, Saad Hariri und Walid Dschumblatt, die sich für seine Freilassung eingesetzt hatten. Anschließend reiste Geagea mit seiner inzwischen politisch aktiven Ehefrau Strieda zu einer Erholungsreise nach Europa.Das Parlament hatte die Begnadigung am Montag gebilligt. Geagea war einst von dem Vorwurf freigesprochen worden, er sei für einen Bombenanschlag auf eine Kirche 1994 mit elf Toten verantwortlich. Er wurde jedoch unter anderem wegen der Ermordung von Ministerpräsident Raschid Karami während des Bürgerkrieges verurteilt.

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