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Die Waldameisen wurden am Dienstag umgesiedelt.

Hier werden die Kolonien umgesiedelt

20 Millionen Ameisen legen Grundschule lahm

Lütau - Rund 20 Millionen Ameisen stören in einer Grundschule wochenlang den Unterricht. Ein Insektenspezialist beendet den Spuk.

Ein geregelter Schulbetrieb war nicht mehr möglich: Helfer haben am Dienstag rund 20 Millionen Ameisen vom Gelände einer Grundschule im schleswig-holsteinischen Lütau entfernt. Der Biologe und Insektenspezialist Eberhard Baur aus Hamburg siedelte die 20 Nester umfassende Kolonie der Kahlrückigen Waldameise in einen nahe gelegenen Wald um.

Schulleiterin Angela Harting hatte den Experten gerufen. Immer wieder seien die Insekten in das Gebäude eingedrungen und hätten den Unterricht gestört, erzählte Harting. Die Kahlrückige Waldameise steht unter Naturschutz, mit Gift darf man sie daher nicht bekämpfen.

Die Leiterin hatte vergeblich versucht, die 150 Schüler mit Barrieren aus Zimt oder Kalk vor den Plagegeistern zu schützen. Doch die Insekten umgingen die Sperren - sie bauten Nester unter dem Dach und sorgten für einen Kurzschluss in den elektrischen Leitungen. „Drei Klassenräume mussten kurzfristig gesperrt werden“, sagte Harting. Einmal musste die Schule extra einen Wandertag organisieren, weil Klassenräume von Ameisen besetzt waren.

Mit rund einem Dutzend Helfer siedelte Baur die Tiere um. Die Frauen und Männer in weißen Schutzanzügen, die Hosenbeine an den Knöcheln zugepflastert, waren mit Spaten und großen Umzugskartons aus Pappe zugange. Mit einem Handfeger konnten sie Ameisen vom Körper bürsten. Denn wenn sich die Insekten angegriffen fühlen, spritzen sie ätzende Ameisensäure auf ihre Feinde - und beißen sie.

Am Beginn der Umzugsaktion war der Boden schwarz vor Ameisen. Manche ihrer Bauten reichten tiefer als zwei Meter unter die Erde. Erst dort stießen die Helfer auf den sogenannten Nestkern - meist ein morsches Holzstück, in dem Königinnen und Brut leben. Ein Bagger durfte beim Graben nicht helfen: Damit würden die kleinen Tiere zerquetscht, sagte Baur. Stattdessen gruben die Helfer die Ameisen schichtweise aus, Erdbrocken mit Höhlen und Gängen landeten in den Umzugskartons. Für jedes Nest waren etwa fünf Kartons nötig.

dpa

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