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Polizeibeamte und Polizeifahrzeuge stehen am 19.02.2013 in Frankfurt vor einer Villa der Firmengruppe S&K. Mit einer bundesweiten Razzia ist die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen eine Bande mutmaßlicher Anlagebetrüger vorgegangen.

Angeklagter (34) schwer verletzt

Millionenbetrüger stürzt sich aus Gerichtsfenster

Frankfurt am Main - Im Frankfurter Landgericht hat sich ein mutmaßlicher Millionenbetrüger aus dem Fenster gestürzt. Wachtmeister konnten den Fluchtversuch nicht verhindern.

Bei einem Fluchtversuch aus dem Frankfurter Landgericht hat sich der mutmaßliche S&K-Anlagebetrüger Stephan S. schwer verletzt. Der mit Handschellen gefesselte Mann habe sich am Freitagvormittag aus einem Fenster im ersten Stock gestürzt, bestätigte ein Gerichtssprecher einen Bericht von „bild.de“.

Beim Sturz auf das Pflaster aus etwa sechs Metern Höhe habe sich der Hauptbeschuldigte aus dem Anlagebetrugsverfahren um die Immobiliengruppe S&K schwer verletzt. Lebensgefahr habe nicht bestanden, verlautete aus Justizkreisen. Der 34 Jahre alte Untersuchungshäftling musste in ein Krankenhaus gebracht werden, wo er nach Angaben des Justizministeriums noch am Freitag operiert werden sollte.

Als Geschäftsführer einer der S&K-Gesellschaften sollte S. an einem Zivilprozess teilnehmen. Am Verhandlungstag war er aus der JVA Frankfurt in die Obhut der Gerichtswachtmeister übergeben worden, so das Ministerium.

Anleger um über 100 Millionen Euro geprellt

Den beiden S&K-Geschäftsführern sowie mindestens zehn weiteren Beschuldigten wird Untreue sowie gewerbs- und bandenmäßiger Betrug mit Kapitalanlagen vorgeworfen. Sie sollen über ein Schneeballsystem Anleger um rund 105 Millionen Euro geprellt und das für Immobilieninvestitionen gedachte Geld mit einem extrem aufwendigen Lebensstil verprasst haben.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt dauern noch an. Im Februar hatte es eine spektakuläre Großrazzia gegen die Verdächtigen gegeben, die dann auch in Untersuchungshaft genommen wurden. Zuletzt hatten die Ermittler eine umfangreiche Liste sichergestellter Wertgegenstände ins Internet gestellt.

Der mit Handschellen gefesselte S. war am Freitag von Justizbeamten begleitet worden. Der Gerichtssaal B 116 befindet sich im ersten Stock eines repräsentativen Altbaus aus der Gründerzeit. Laut „bild.de“ war S. beim Betreten des Saals auf das offene Fenster losgestürmt und rausgesprungen. Die völlig überrumpelten Wachtmeister hatten den durchtrainierten Bodybuilder nicht mehr stoppen können.

In dem Gericht ist es schon früher zu Fluchtversuchen gekommen. In Strafverfahren sind daher üblicherweise die Fenster verriegelt. Offenbar war diese Vorsichtsmaßnahme bei dem Ziviltermin nicht beachtet worden.

dpa

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