Dorfbewohner retten Gebrauchsgegenstände aus einem zerstörten Haus. Foto: Tatan Syuflana/AP
1 von 7
Dorfbewohner retten Gebrauchsgegenstände aus einem zerstörten Haus. Foto: Tatan Syuflana/AP
Einheimische und Touristen strömen auf ein Boot. Jeder möchte möglichst schnell von den Gili-Inseln wegkommen. Foto: Akbp. Dewa Wijaya/NUSA TENGGARA MARINE POLICE
2 von 7
Einheimische und Touristen strömen auf ein Boot. Jeder möchte möglichst schnell von den Gili-Inseln wegkommen. Foto: Akbp. Dewa Wijaya/NUSA TENGGARA MARINE POLICE
Ein Mann räumt an einem nach einem Erdbeben beschädigten Gebäude auf. Foto: Firdia Lisnawati/AP
3 von 7
Ein Mann räumt an einem nach einem Erdbeben beschädigten Gebäude auf. Foto: Firdia Lisnawati/AP
Männer tragen nach dem Erdbeben Gasbehälter aus einem zerstörten Gebäude. Foto: Sidik Hutomo/AP
4 von 7
Männer tragen nach dem Erdbeben Gasbehälter aus einem zerstörten Gebäude. Foto: Sidik Hutomo/AP
Nachdem Beben werden Patienten eines Krankenhauses in ein Zelt verlegt. Foto: Firdia Lisnawati/AP
5 von 7
Nachdem Beben werden Patienten eines Krankenhauses in ein Zelt verlegt. Foto: Firdia Lisnawati/AP
Zelte werden nach einem Erdbeben provisorisch als Notunterkünfte aufgebaut. Foto: Adrial Pranandi/AP
6 von 7
Zelte werden nach einem Erdbeben provisorisch als Notunterkünfte aufgebaut. Foto: Adrial Pranandi/AP
Nach dem erneuten schweren Erdbeben vor Lombok steigt die Zahl der Opfer. Foto: Sidik Hutomo/AP
7 von 7
Nach dem erneuten schweren Erdbeben vor Lombok steigt die Zahl der Opfer. Foto: Sidik Hutomo/AP

Beben der Stärke 6,9

Dutzende Tote bei neuem Erdbeben auf Ferieninsel Lombok

Schon wieder wird die indonesische Ferieninsel Lombok von einem Erdbeben erschüttert - diesmal noch schlimmer als vor einer Woche. Jüngste Bilanz: Es gibt Dutzende Tote. Auch die Nachbarinsel Bali ist betroffen.

Jakarta (dpa) - Nach dem neuen schweren Erdbeben auf der indonesischen Ferieninsel Lombok ist die Zahl der Todesopfer am Montag sprunghaft gestiegen. Mindestens 98 Menschen kamen bei der Naturkatastrophe vom Sonntagabend (Ortszeit) ums Leben, wie die Katastrophenschutzbehörde des Landes mitteilte.

Ein Sprecher der zuständigen Provinzbehörde hatte zuvor im TV-Sender Metro TV von mindestens 142 Toten gesprochen. In den Trümmern einer eingestürzten Moschee suchten Rettungskräfte nach Verschütteten. Auch dadurch könnte die Zahl der Opfer weiter steigen, sagte Behördensprecher Sutopo Nugroho. Mehrere hundert Menschen wurden verletzt, Tausende flohen in Panik aus ihren Häusern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Indonesiens Präsident Joko Widodo ihr Beileid aus. Mit großer Bestürzung habe sie von den beiden Erdbeben erfahren, bei denen viele Menschen den Tod gefunden hätten und Hunderte verletzt worden seien.

Die kleinere Nachbarinsel von Bali war erst vor einer Woche von einem Erdbeben der Stärke 6,4 erschüttert worden. Dabei waren 16 Menschen getötet worden. Die Stärke des neuen Bebens vom Sonntag hatte die indonesische Behörde für Wetter, Klima und Geophysik zunächst mit 7,0 angegeben und später auf 6,9 korrigiert. Auch die US-Erdbebenwarte USGS führte die Stärke mit 6,9. Am Montag gab es immer wieder kräftige Nachbeben.

Unklar war weiter, ob ausländische Touristen unter den Todesopfern sind. Hinweise, dass auch Deutsche zu Schaden kamen, gab es zunächst nicht. Das Auswärtige Amt teilte mit: "Nach bisherigen Erkenntnissen sind keine Deutschen ums Leben gekommen oder schwer verletzt worden." Nach Angaben des Pariser Außenministeriums wurden vier Franzosen als verletzt gemeldet. Das Ministerium richtete einen Krisenstab ein und schickte Konsularmitarbeiter zum Flughafen von Lombok, um französischen Urlaubern zu helfen.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Immer wieder bebt dort die Erde, oder es brechen Vulkane aus. Lombok galt lange Zeit als Geheimtipp für Leute, denen Bali zu touristisch geworden war. Inzwischen sind aber auch dort viele Urlauber unterwegs.

Das neue Beben hatte die Insel gegen 19.46 Uhr Ortszeit am Sonntag erschüttert. Das Zentrum lag rund 18 Kilometer nordwestlich des Bezirkes East Lombok in etwa 15 Kilometern Tiefe, wie die Behörde für Wetter, Klima und Geophysik jüngsten Angaben zufolge weiter präzisierte. Die größten Schäden richteten die Erdstöße an der Nordküste an. Auch die Hauptstadt Mataram wurde sehr in Mitleidenschaft gezogen. Der Süden und der Westen, wo sich die meisten Urlauber aufhalten, ist weniger betroffen.

Aus Angst vor Nachbeben verbrachten viele Menschen die Nacht im Freien - meist ohne Licht, weil durch das Beben auch zahlreiche Stromleitungen gekappt waren. "Wir sammeln uns hier im Dunkeln ohne Strom. Jeder ist draußen im Freien", sagte der Distriktchef von Nord-Lombok, Najmul Akhyar. Viele Schulen blieben am Montag geschlossen, weil nicht klar war, ob die Gebäude noch sicher sind.

Von den kleineren Gili-Inseln wurden mehrere hundert Urlauber mit Booten in Sicherheit gebracht, zunächst nach Lombok. Von dort aus wollten die meisten die Insel dann mit dem Flugzeug Richtung Heimat verlassen. Es gab auch Urlauber, die innerhalb einer einzigen Woche gleich zwei schwere Beben miterlebten.

An der Nordküste Lomboks wurde zudem eine kleine Tsunamiwelle von 13 Zentimetern Höhe registriert. Der Katastrophenschutz rief die Bevölkerung zunächst auf, Meeresküste und Flussufer zu meiden. Daraufhin flohen viele Menschen auf höher gelegene Gebiete im Inselinneren. Die Tsunami-Warnung wurde nach einigen Stunden jedoch wieder aufgehoben.

Das Beben war auch auf Bali zu spüren. Dort rannten Urlauber in Panik aus ihren Hotels. Nach Medienberichten wurden das Gebäude des internationalen Flughafens Ngurah Rai sowie zwei Einkaufszentren in der Stadt Ubud, die im Inselinneren liegt, beschädigt. Der Flugbetrieb ist nach Angaben der Behörden von dem Beben aber nicht beeinträchtigt. Präsident Widodo versprach den Opfern finanzielle Hilfe.

Wegen des Bebens wurden auch zwei Konferenzen mit Ministern aus Nachbarländern abgesagt, die am Montag auf Bali und Lombok beginnen sollten. Alle bereits angereisten Gäste seien sicher und unversehrt, hieß es von offizieller Seite. Unter ihnen befindet sich auch die australische Außenministerin Julie Bishop. Auf Bali soll Mitte Oktober eine große Tagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank stattfinden.

Bei dem Erdbeben vor einer Woche waren ferner mehr als 350 Menschen verletzt worden. Gut 500 Ausflügler wurden in den folgenden Tagen von dem aktiven Vulkan Rinjani in Sicherheit gebracht, wo sie zeitweilig festsaßen. Unter ihnen waren auch annähernd 200 Touristen aus dem Ausland, darunter etwa zwei Dutzend Deutsche.

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Flutkatastrophe in Indien trifft Hunderttausende
Der Monsunregen fällt in diesem Jahr besonders heftig aus - die Regierung des südindischen Bundesstaates Kerala spricht von der schlimmstem Flut seit 100 Jahren. …
Flutkatastrophe in Indien trifft Hunderttausende
Genua nimmt Abschied von den Opfern des Brückeneinsturzes
Italien gedenkt heute der Opfer des Einsturzes der Autobahnbrücke in Genua. Doch in die Trauer um die Toten mischt sich auch Ärger.
Genua nimmt Abschied von den Opfern des Brückeneinsturzes
Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock
Sie waren ihrem Ziel schon nahe. Auf der Fahrt von Stockholm nach Berlin ist bei Rostock ein Flixbus mit mehr als 60 Passagieren verunglückt. 22 Menschen sind verletzt. …
Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock
Brückeneinsturz: Ursachensuche und Schuldzuweisungen
Warum mussten Dutzende Menschen sterben, und wer ist Schuld daran? Diese Frage bewegt nach der Katastrophe von Genua ganz Italien. Doch schon gibt es politischen Streit. …
Brückeneinsturz: Ursachensuche und Schuldzuweisungen