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Schweres Busunglück in Italien: Mindestens 36 Menschen starben bei dem Unfall in der Nacht zum Montag. Unter den Opfern sind angeblich auch viele Kinder.

Angeblich auch Kinder unter den Opfern  

Mindestens 38 Tote bei Busunglück in Italien

Rom - Ein voll besetzter Reisebus rast auf einer Autobahn in der Nähe von Neapel in ein Stauende und stürzt von einer Brücke. 38 Menschen kommen ums Leben, fast ein Dutzend wird verletzt.

Bei einem der schwersten Busunglücke in der Geschichte Italiens sind Dutzende Menschen mit ihrem Reisebus in eine Schlucht gestürzt, 38 von ihnen kamen ums Leben. Auf dem Rückweg von einem Wochenendausflug war der Reisebus am späten Sonntagabend nahe Neapel von einer Autobahnbrücke 30 Meter tief in einen Abgrund gefallen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Zehn Mitglieder der Reisegruppe überlebten den Horror-Unfall schwer verletzt. Die Toten waren nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa zwischen 16 und 88 Jahren alt. Auch mehrere Kinder waren an Bord, die 16-Jährige war aber das einzige minderjährige Opfer. Die italienische Regierung ordnete für Dienstag Staatstrauer in dem Land an.

Der Bus mit insgesamt 48 Insassen war ersten Ermittlungen zufolge gegen 20.30 Uhr mit großem Tempo in ein Stau-Ende gerast und hatte mehrere Autos gerammt. Dann durchbrach er eine Leitplanke und stürzte in eine Schlucht. In dem unwegsamen Gelände war die Bergung der Opfer besonders schwierig. In den gerammten Autos wurden neun Menschen leicht verletzt.

Die Unglücksursache war zunächst noch unklar, vieles deutete aber auf einen technischen Defekt hin. Augenzeugen berichteten von einem geplatzten Reifen und Problemen mit den Bremsen. Ein Arbeiter an der Autobahn sah den Bus vor dem Unglück mit überhöhter Geschwindigkeit und geöffneter Tür vorbeirasen. Der Bus habe bereits vor dem Crash Fahrzeugteile verloren. Der Fahrer soll zudem gegen die Leitplanke gefahren sein und so versucht haben, den Bus zu bremsen.

Die Särge mit den Opfern wurden in eine Schule im nahe gelegenen Monteforte Irpino gebracht. Für sie sollte es am Dienstag eine Trauerfeier geben. Italien reagierte geschockt auf das schwere Unglück, im Parlament gab es eine Schweigeminute. „Tief betrübt von der dramatischen Bilanz des Unfalls (...), drücke ich den Familien der Opfer meine Ergriffenheit und Nähe in ihrem Schmerz aus“, erklärte Staatspräsident Giorgio Napolitano.

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Die Leiche des Fahrers solle auf Alkohol- und Drogenrückstände untersucht werden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Im Fokus stehe aber nicht nur der Fahrer, sondern auch der Zustand der Straße und des Busses. Er sei im März bei der Inspektion gewesen, sagte Verkehrsminister Maurizio Lupi. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte alle Unterlagen zu dem Bus und Bilder aus Überwachungskameras an der Autobahn.

Die Unfallstrecke auf der Autobahn A16 zwischen Neapel und Bari bei Avellino in Kampanien war Medienberichten zufolge schon mehrfach Schauplatz von Unfällen und wird als gefährlich eingeschätzt. Ansa berichtete, in den vergangenen fünf Jahren habe es auf dem Streckenabschnitt vier tödliche Unfälle gegeben.

In dem Bus war nach Medienberichten eine Reisegruppe aus der Nähe von Neapel unterwegs. Die meisten Opfer seien befreundet gewesen, manche auch verwandt. Sie sollen auf dem Rückweg von einem Wochenendausflug gewesen sein, bei dem sie eine Therme und dann den Pilgerort Pietrelcina, den Geburtsort des Nationalheiligen Pater Pio, besucht hatten. Deutsche sollen nicht unter den Opfern gewesen sein.

Italiens Ministerpräsident Enrico Letta sagte seinen für Montag geplanten Besuch der Akropolis in Athen ab. „Wir sind tief traurig über diese enorme Tragödie, die viele Familien und Kinder getroffen hat“, sagte er. Letta wollte am Dienstag den Unglücksort besuchen und an der Trauerfeier teilnehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel übermittelte ihre Anteilnahme. „Der Verlust so vieler Menschenleben ist eine Tragödie“, schrieb Merkel am Montag in einem Telegramm an den italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta.

dpa

Busunglück in Italien: Mindestens 38 Todesopfer

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