+
Opfer der Sturzfluten auf den Philippinen.

Über 400 Fluttote auf Philippinen

Manila - Der Tod kam über Nacht: Sturzfluten nach einem heftigen Tropensturm walzten im Süden der Philippinen zahlreiche Häuser platt. Viele Menschen hatten keine Chance zur Flucht.

Bei Sturzfluten nach schweren Regenfällen sind im Süden der Philippinen mindestens 234 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 375 wurden am Samstagabend (Ortszeit) noch vermisst, berichtete der Zivilschutz. Das Rote Kreuz rechnet sogar mit mindestens 436 Toten.

Allerdings war unklar, ob nicht einige Vermisste aus der Stadt geflüchtet oder unter den Toten waren. Tropensturm “Washi“ war über Nacht über die Insel Mindanao 800 Kilometer südlich von Manila hereingebrochen, sagte der Bürgermeister von Iligan, Lawrence Cruz. “Die Menschen schliefen schon, als die Sturzflut kam.“

In mehreren Flüssen schwoll das Wasser in kürzester Zeit an, trat über die Ufer und rauschte in einigen Gemeinden wie eine zehn Meter hohe Wasserwand durch die Straßen. Die Wassermassen rissen viele der oft leicht gebauten Häuser mit. Manche Einwohner konnten sich in letzter Minute auf ihre Dächer retten. Andere sprangen aus dem zweiten Stockwerk in Rettungsboote. Am schwersten getroffen wurden die Städte Cagayan de Oro and Iligan. Helfer bargen allein dort nach Angaben des Militärs 208 Leichen.

Cely Asinero aus Cagayan de Oro wachte durch das dröhnende Getöse draußen auf und sah die Sturzflut. “Wir mussten beim Haus meines Bruders das Dach aufreißen und hochklettern, sonst wären wir ertrunken“, sagte sie im Radio. “Es war stockdunkel“, sagte Roman Pino, der mit seinen beiden kleinen Kindern auch aufs Dach flüchtete. “Wir haben inbrünstig gebetet. Wir konnten erst nach sechs Stunden runterkommen und haben viele Leichen gesehen.“

Im Fernsehen waren zusammengebrochene Hütten und Häuser zu sehen. Auf dem Meer trieben Holzplanken. Auf der Küstenstraße türmten sich Autos übereinander. Bäume waren entwurzelt, Strommasten umgeknickt.

Nach Angaben des Chefs der Zivilschutzbehörde, Benito Ramos, wurden 400 Menschen in den beiden am schwersten betroffenen Städten gerettet. Hunderte Helfer seien im Einsatz, um nach Verletzten zu suchen. Der Tropensturm zog am Samstag über Mindanao. Er wirbelte mit Geschwindigkeiten von 75 Kilometern in der Stunde.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

120 Kilometer Verfolgungsjagd: Polizei schnappt Autodieb im Luxus-SUV
Nach einer wilden Verfolgungsjagd über rund 120 Kilometer durch Sachsen mit zwei Unfällen hat die Polizei in Bischofswerda einen mutmaßlichen Autodieb gefasst.
120 Kilometer Verfolgungsjagd: Polizei schnappt Autodieb im Luxus-SUV
Lotto am Mittwoch vom 20.06.2018: Das sind die aktuellen Lottozahlen von heute
Lotto am Mittwoch vom 20.06.2018: Das sind die aktuellen Lottozahlen von heute. 1 Million Euro liegt im Jackpot.
Lotto am Mittwoch vom 20.06.2018: Das sind die aktuellen Lottozahlen von heute
25-Jährige ist erfolgreiches Model - ihr Nebenjob verblüfft wirklich
Sandra Hunke aus Ostwestfalen-Lippe tritt auf Modemessen und in Fernsehserien auf. Doch das Model lebt in zwei ganz unterschiedlichen Welten. 
25-Jährige ist erfolgreiches Model - ihr Nebenjob verblüfft wirklich
Ist Glyphosat schuld? Krebskranker verklagt  Monsanto
Der Unkrautvernichter Glyphosat steht im Verdacht krebserregend zu sein. Ein Amerikaner ist sich sicher. In den USA hat der 46-Jährige nun den Staatgutriesen Monsanto …
Ist Glyphosat schuld? Krebskranker verklagt  Monsanto

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.