+
Tailändische Bürger schlafen nach dem Erdbeben vor der Stadthalle, die evakuiert werden musste

Mindestens 70 Tote bei Erdbeben in Birma

Bangkok - Bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 in Birma kamen nach neuesten offiziellen Angaben mindestens 70 Menschen ums Leben. Doch die Informationen fließen nur spärlich.

In einer schwer zugänglichen Region Birmas sind bei einem schweren Erdbeben mindestens 74 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 111 Menschen wurden in dem Gebiet an der Grenze zu Thailand und Laos verletzt. 244 Häuser wurden zerstört, berichteten die Behörden des Militärregimes am Freitag. Die Erde bebte nach Angaben von Anwohnern am Donnerstagabend nach Einbruch der Dunkelheit mindestens drei Minuten lang. Das Beben hatte eine Stärke von 6,8. Es war Hunderte von Kilometern weit zu spüren. Auf Fotos aus der Region waren eingestürzte Häusern und Straßen mit tiefen Rissen zu sehen.

Das Epizentrum lag rund 50 Kilometer nördlich von Tachilek an der Grenze zu Thailand. Das Gebiet liegt 1300 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Rangun und knapp 800 Kilometer nördlich von Bangkok. Zwischen diesem und dem schweren Erdbeben in Japan bestehe kein Zusammenhang, sagte Geophysiker Birger Lühr vom Deutschen Geoforschungszentrum Potsdam zur Nachrichtenagentur dpa.

Erdbeben der Stärke 6,8 erschüttert Thailand

Erdbeben der Stärke 6,8 erschüttert Thailand

“Es gibt offenbar keine katastrophalen Infrastrukturschäden in den Ortschaften Tachilek und Kyaing Tong, aber an vielen Gebäuden sind Risse zu sehen“, berichtete die Hilfsorganisation World Vision, die eigene Mitarbeiter vor Ort hat. Nach ihren Angaben liegen 175 Dörfer in der Region. Das Gebiet ist überwiegend Agrarland. Eine Brücke sei unpassierbar, und die Wasserversorgung sei teilweise unterbrochen. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef wollte mit dem frühestmöglichen Flug am Samstag Medikamente und Verbandsmaterial für 20 000 Menschen in die Region schicken, teilte das UN-Büro in Rangun mit.

Wohlfahrtsminister Maung Shwe war auf dem Weg in das Krisengebiet, berichtete das staatliche Fernsehen. Das Rote Kreuz schickte Pakete mit Notrationen in die Region. Von Rangun aus ist Tachilek in drei Stunden mit dem Flugzeug zu erreichen. Mit Autos und Lastwagen dauert es vier Tage, weil die Straßen so schlecht sind.

Auch rund 800 Kilometer weiter weg war das Beben zu spüren

Hilfe zu organisieren ist nicht einfach. Das Beben passierte in der Region der Minderheit der Shan. Weil diese immer wieder gegen das Militärregime aufbegehrt haben, kontrolliert die Armee die Region besonders. Ausländer müssen eine Sondergenehmigung beantragen, um dorthin reisen zu können. Das Gebiet war jahrelang berüchtigt als “Goldenes Dreieck“ des Drogenhandels. Dort wurde früher ein Großteil des weltweit geschmuggelten und verkauften Opiums angebaut.

Das Beben war unter anderem auch im Norden Thailands deutlich zu spüren. Selbst in Rangun, rund 600 Kilometer weiter südwestlich, und in Bangkok, rund 800 Kilometer weiter südlich, spürten Einwohner den Erdstoß. In Chiang Rai in Nord-Thailand wurde eine Frau von einer einstürzenden Betonwand erschlagen. “Es gab keine weiteren Todesopfer“, sagte der Katastrophenschutzbeauftragte in Chiang Rai, Chiatha Mositrat. In der nordthailändischen Stadt Chiang Mai seien viele Touristen aus den Hotels gelaufen, berichteten Zeitungen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Bombendrohung: Zug gestoppt und geräumt
Nachdem bei der polnischen Staatsbahn eine ernstzunehmende Bombendrohung einging, reagierte das zuständige Kommando sofort und evakuierte den Zug.
Nach Bombendrohung: Zug gestoppt und geräumt
Wahnsinns-Fund: Eineinhalb Tonnen reines Kokain entdeckt
Mit dieser Entdeckung hätten belgische Polizei in Ostende wohl im Traum nicht gerechnet: Die Beamten stießen auf eineinhalb Tonnen reines Kokain im Schätzwert von 225 …
Wahnsinns-Fund: Eineinhalb Tonnen reines Kokain entdeckt
Live im TV: Frau bricht sich Ellenbogen bei Armdrück-Show
Der Armdrück-Wettbewerb innerhalb einer argentinischen TV-Show wurde von einem lauten Knacksen unterbrochen. Später war klar: Einer Kandidatin wurde live im TV der Arm …
Live im TV: Frau bricht sich Ellenbogen bei Armdrück-Show
Das perfekte Lächeln: Weniger kann mehr sein
Manch einer grinst von einem Ohr zum anderen, ein anderer verzieht nur leicht die Mundwinkel nach oben. Was besser ankommt? Kommt ganz drauf an, zeigt eine neue Studie.
Das perfekte Lächeln: Weniger kann mehr sein

Kommentare