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Ein Paar steht unter Verdacht, ein vierjähriges Mädchen mit lebensgefährlichen Verletzungen in einer Notfallpraxis abgegeben zu haben - und dann verschwunden zu sein. Foto: Daniel Reinhardt

Inobhutnahme ausgesprochen

Misshandeltes Mädchen in Hamburg außer Lebensgefahr

Wieder ein schwerer Fall von Kindesmisshandlung in Hamburg: Ein vierjähriges Mädchen mit lebensgefährlichen Verletzungen ist notoperiert worden - und hat überlebt. Die Ermittler geben bisher kaum Details zu dem Fall an die Öffentlichkeit.

Hamburg (dpa) - Das schwer misshandelte vierjährige Mädchen in Hamburg ist außer Lebensgefahr. Das Kind soll nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus vom Jugendamt in Obhut genommen werden.

Das kleine Mädchen war am vergangenen Sonntag von einem Paar in einer Notfallpraxis abgegeben worden. "Es wies diverse, teils schwere innere Verletzungen sowie Hämatome im Gesicht und am ganzen Körper auf", sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Freitag. "Es wurde umgehend in das Kinderkrankenhaus gebracht und dort notoperiert."

Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Totschlags, Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung ein. Gegen wen sich die Ermittlungen richten, teilte die Behörde am Freitag zunächst nicht mit.

Welche Rolle die Eltern in dem Fall spielen und wo sie sich aufhalten - auch dazu gab es von der Staatsanwaltschaft bisher keinerlei Auskünfte. Nach Medienberichten sollen die Eltern das Kind in die Notfallpraxis gebracht haben. Danach sollen die beiden verschwunden sein und das Kind zurückgelassen haben. Von der Staatsanwaltschaft gab es dafür keine Bestätigung.

Das Mädchen wurde von der Notfallpraxis in ein Krankenhaus gebracht und dort notoperiert. Das Kind habe schwere, stumpfe Verletzungen gehabt, sagte der stellvertretende Ärztliche Direktor des Altonaer Kinderkrankenhauses, Philippe Stock. Zu möglichen Folgeschäden wollte der Mediziner keine Angaben machen.

Nach der Entlassung aus der Klinik soll die Vierjährige von den Behörden in Obhut genommen werden. "Der Kinder- und Jugendnotdienst hat die formelle Inobhutnahme bereits ausgesprochen", sagte der Sprecher der Sozialbehörde, Marcel Schweitzer. "Nach derzeitigen Informationen ist bislang kein Jugendamt involviert gewesen."

Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte Oberstaatsanwältin Frombach keine Einzelheiten zu möglichen Tatabläufen oder Verdächtigen machen. Auch Informationen zum familiären Hintergrund des Mädchens oder zu möglichen Besuchen im Krankenhaus, über die zuvor in den Medien spekuliert wurde, gab sie nicht preis. Eine Festnahme habe es bislang noch nicht gegeben.

In den vergangenen Jahren hatten bereits mehrere Fälle von schwerer Kindesmisshandlung in Hamburg für Entsetzen gesorgt, wie etwa der des totgeschüttelten einjährigen Babys Tayler. Dessen Stiefvater muss sich derzeit vor dem Hamburger Landgericht verantworten.

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