Teilweise 131 Zentimeter

Jahrhundertschnee in Osttirol - zwei Tote

München - An solche Schneemengen können sich nur noch die wenigsten erinnern. Eineinhalb Meter und mehr sind binnen 48 Stunden in Osttirol und in Kärnten heruntergekommen.

Die österreichische ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) spricht von einem äußerst seltenen Ereignis. Paul Rainer von der ZAMG: „Von Donnerstag 7 Uhr bis Samstag 7 Uhr hat es zum Beispiel in Dellach im Drautal 131 Zentimeter geschneit. Für Osttirol und Oberkärnten sind das 48-Stunden-Mengen, wie sie statistisch gesehen nur alle 75 bis 100 Jahre vorkommen.“ Und: Was die gesamte Niederschlagsmenge betrifft, also Schnee und Regen, sorgten die vergangenen Tage für den niederschlagsreichsten Januar in der Gegend seit 1917.

Zwar entspannte sich gestern die Situation ein wenig – so sank die Lawinenwarnstufe von 5 (sehr groß) auf 3 (erheblich), doch für eine Entwarnung ist es noch zu früh. So sind weiterhin einige Täler von der Außenwelt abgeschnitten. Bezirkshauptfrau Olga Reisner berichtete der Tiroler Tageszeitung: „Wir versuchen, per Hubschrauber oder auf dem Landweg in die Täler zu kommen. Jedes Wetterfenster wird genutzt, um Flüge zu starten.“

Jahrhundertschnee in Österreich

Jahrhundertschnee in Österreich

Wie nötig die Hilfe von außen ist, zeigt ein Beispiel aus dem Defereggental. Dort wartete auf einem Bergbauernhof eine pflegebedürftige 92-Jährige mit ihrer Schwester (85) seit Freitag auf Hilfe. Eine Pflegerin konnte gestern mit dem Notarzthubschrauber hingeflogen und am Tau abgesetzt werden. Den beiden alten Damen geht es offenbar gut.

Zwei Todesopfer sind aufgrund der Schneefälle bislang zu beklagen. Bei einem Lawinenabgang in Innvervillgraten wurde ein Räumfahrzeug verschüttet . Der Lenker des Radladers (53) wurde durch die Wucht der weißen Masse aus dem Lader geschleudert und wurde so schlimm verletzt, dass er an den Folgen starb. Bei Lienz wollte ein 38-Jährige Totholz in einem Bach lösen, bevor es zu Hochwasser kommt. Dabei brach über ihm eine Wächte, der Mann wurde im Bach mitgerissen und konnte nur tot geborgen werden.

Viele Schulen bleiben geschlossen. Der Schnee brachte den Bahnverkehr teils zum Erliegen, viele Pässe sind dicht.

Rubriklistenbild: © dpa

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