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Ein Stofflaken half den Häftlingen, über den Gefängniszaun zu kommen.

Mutmaßlicher Mörder auf der Flucht

Hatten Moabit-Ausbrecher einen Fluchthelfer?

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Berlin - Nach dem filmreifen Ausbruch aus dem Gefängnis Berlin-Moabit am Montag sind die beiden Häftlinge immer noch auf der Flucht. Einer von ihnen soll einen Mord auf dem Gewissen haben.

Nach Angaben der "Bild" soll einer der Geflohenen im März 2013 einen Berliner Promi-Wirt erstochen haben. Das Blatt bringt den 34-Jährigen außerdem unter anderem mit Erpressung, Entführung, mehreren schweren Raubtaten und gefährlicher Körperverletzung in Verbindung. Der andere Ausbrecher ist laut dem Online-Portal der Zeitung ein verurteilter Betrüger.

Die Identität der Straftäter wurde nicht öffentlich. Die Staatsanwaltschaft nannte dafür „fahndungstaktische Gründe“. Es bestehe keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung, unterstrich Justizsenator Thomas Heilmann (CDU).

Justizsenator: "Rücktritt ist kein Thema"

Die beiden Männer hatten die Gitterstäbe ihrer Zellen durchsägt und sich mit Bettlaken in den Hof der Haftanstalt abgeseilt. Anschließend überwanden sie einen 2,20 Meter hohen inneren Trennzaun sowie die vier Meter hohe Außenmauer mit dem gelösten Draht. Dann gelangten sie auf ein angrenzendes Flachdach, wo sie mithilfe übergeworfener Textilien eine weiteren Sicherheitszaun überwanden und verschwanden.

Die Ausbrecher sind weiter auf der Flucht. Die Fahndung nach den Ausbrechern, denen die erste erfolgreiche Flucht aus Moabit seit rund 15 Jahren gelang, dauert an. Anlass für persönliche Konsequenzen sieht der Justizsenator nicht: „Rücktritt ist kein Thema." Der Fehler liege beim Personal.

Hatten die Ausbrecher Fluchthelfer in der JVA?

Gegen Mitarbeiter in der Alarmzentrale sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, sagte der CDU-Politiker am Dienstag. Auf einem Bildschirm hätte man die Flucht in der Nacht zum Montag erkennen können. Das sei aber als Fehlalarm weggedrückt worden. Es bestehe daher der Verdacht menschlichen Versagens, sagte die Sprecherin.

Zudem könnten die Flüchtigen doch Helfer gehabt haben. Eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Fluchthilfe wurde gestellt. „Es besteht der nachhaltige Verdacht, dass dem Zufall nachgeholfen wurde“, bemerkte Heilmann. So war der Stacheldraht nach Bauarbeiten nicht wieder fest verankert worden. Dabei muss es sich aber nicht zwingend um einen vorsätzlichen Eingriff gehandelt haben, sagte die Sprecherin der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz am Dienstag. Es sei auch denkbar, dass die Verankerung wegen eines Gerüsts gelöst und versehentlich nicht erneuert worden sei.

Sicherheitsmaßnahmen in der JVA verstärkt

Unterdessen bemängelte der Bund der Strafvollzugsbediensteten, gerade nachts und am Wochenende sei die personelle Ausstattung in den Berliner Anstalten oft alarmierend gering. Heilmann wies die Vorwürfe zurück. Es sei ausreichend Personal „im Rahmen der Vorschriften“ da gewesen.

Noch in dieser Woche soll eine unabhängige Untersuchungskommission mit dem Aufarbeiten des Falls beginnen. Unterdessen wurden in der JVA die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. „Lücken im System darf es nicht geben“, sagte Justizsprecherin Lisa Jani am Dienstag.

dpa/afp/hn

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