Er hatte Freispruch gefordert

Model-Fotograf wegen Kindesmissbrauch vor Gericht

Bonn - Ein Model-Fotograf ist wegen Kindesmissbrauch verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil der Mann Revision eingelegt hatte: Geschlechtsverkehr zwischen Erwachsenen und Kindern sei "branchenüblich".

Sechs Monate nach seiner Verurteilung zu viereinhalb Jahren Haft steht ein 47-jähriger Model-Fotograf erneut wegen schweren Kindesmissbrauchs vor dem Bonner Landgericht. Die Anklage warf ihm am Mittwoch vor, ab Pfingsten 2008 eine 13-Jährige ein Jahr lang in 26 Fällen sexuell missbraucht zu haben. Das Opfer hatte sich, ähnlich wie das Mädchen in dem bereits verhandelten Fall, auf eine Anzeige des Angeklagten gemeldet. Darin versprach er jungen Mädchen, sie unentgeltlich zu Topmodels zu machen. Gemeinsamen Sex soll der Angeklagte aufgenommen und die Videos ins Netz gestellt haben.

Der Angeklagte sitzt seit September 2012 in Untersuchungshaft. Das erste Bonner Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da der Angeklagte Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt hat. In dem Prozess hatte er immer wieder beteuert, der Geschlechtsverkehr zwischen Erwachsenen und Kindern sei „branchenüblich“ und hatte Freispruch gefordert.

dpa

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