+
In den USA sind möglicherweise mehrere Kinder an einem homöopathischen Medikament gestorben - für Deutschland gibt die zuständige Behörde Entwarnung. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv

Entwarnung für Deutschland

Mögliche Homöopathie-Tote in den USA

In den USA wird geprüft, ob mehrere Kinder an bestimmten homöopathischen Präparaten gestorben sind. Das Mittel enthielt zu viel Tollkirsche. Wäre ein solches Szenario auch in Deutschland denkbar?

Berlin (dpa) - In den USA sind möglicherweise mehrere Kinder an bestimmten homöopathischen Präparaten gestorben - für Deutschland gibt die zuständige Behörde Entwarnung.

"Mit Blick auf den Patientenschutz gibt es in Deutschland weitergehende Regelungen, die gewährleisten, dass die Sicherheit von homöopathischen Arzneimitteln vorab durch das BfArM geprüft wird", sagte ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Vergleichbare Fälle seien hierzulande so nicht denkbar.

Die US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA warnt schon seit 2010 vor homöopathischen Präparaten, die zu hohe Konzentrationen von Tollkirsche enthalten können. Der Tod von 10 Kindern und 400 Fälle von Nebenwirkungen würden derzeit untersucht, hieß es kürzlich von der FDA. Die Mittel sollen bei zahnenden Kindern Schmerzen lindern.

"Die Antwort des Körpers auf Tollkirsche bei Kindern unter zwei Jahren ist unvorhersehbar und setzt die Kinder einem unnötigen Risiko aus", sagte Janet Woodcock von der FDA. Eltern sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen, wenn ihr Kind etwa Schwierigkeiten beim Atmen habe, lethargisch oder übertrieben müde sei oder Schwierigkeiten beim Urinieren habe.

Die US-Behörde rät Eltern, ihren Kindern die Produkte nicht mehr zu verabreichen und sie zu entsorgen. Ein Hersteller nahm laut FDA betroffene Mittel bereits vom Markt. Ein weiterer Hersteller schreibt auf seine Website, dass die Tabletten nicht mehr in den USA vertrieben würden.

Die FDA hat die Tabletten nach eigenen Angaben vor deren Markteinführung weder auf ihre Sicherheit noch auf ihre Wirkung geprüft. Es seien keine positiven Effekte der Präparate bekannt.

Laut BfArM gibt es in Deutschland zwar auch homöopathische Mittel, die Tollkirsche enthalten. Allerdings seien sie entsprechend verdünnt und auf Unbedenklichkeit geprüft, bevor sie auf den Markt kommen. Bislang seien keine Fälle bekannt, bei denen Menschen zu Schaden kamen, sagte der BfArM-Sprecher.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trump ruft nach verheerendem Sturm "Maria" Katastrophenfall für Puerto Rico aus
US-Präsident Trump fährt ins Krisengebiet und spricht von einem „Monster-Hurrikan“. Dieser ist über Puerto Rico hinweggezogen und hat schwere Schäden hinterlassen. Es …
Trump ruft nach verheerendem Sturm "Maria" Katastrophenfall für Puerto Rico aus
Nach Evakuierung: Dortmund will Ersatzwohnungen für 800 Hochhausbewohner suchen
Nach dem tödlichen Hochhausbrand in London nehmen Fachleute auch deutsche Wohnhäuser unter die Lupe. Nun hält Dortmund einen drastischen Schritt für unumgänglich.
Nach Evakuierung: Dortmund will Ersatzwohnungen für 800 Hochhausbewohner suchen
Dortmund räumt riesigen Hochhauskomplex wegen Brandgefahr
Schon lange gilt ein riesiger Wohnkomplex in Dortmund als Problemfall. Jetzt zieht die Stadt die Reißleine. 800 Menschen müssen ihre Wohnungen wegen Brandschutzmängeln …
Dortmund räumt riesigen Hochhauskomplex wegen Brandgefahr
Tourist fährt in Deutschland im Linksverkehr - Unfall mit Sportwagen
Weil er in Deutschland im Linksverkehr gefahren ist, hat ein Tourist in Baden-Württemberg einen Unfall mit einem Verletzten verursacht.
Tourist fährt in Deutschland im Linksverkehr - Unfall mit Sportwagen

Kommentare