Mögliche kannibalistische Morde beschäftigen Staatsanwalt

- Trier - Die Trierer Staatsanwaltschaft ermittelt in Fällen möglicher kannibalistischer Morde gegen mehrere Verdächtige in verschiedenen Orten Deutschlands. Als Tatbestand nannte Oberstaatsanwalt Georg Jüngling am Donnerstag zahlreiche "sexuelle Handlungen mit okkultem Hintergrund". Anlass sind Berichte mutmaßlicher Satanismus-Opfer über kannibalistische Morde in Deutschland. Die Sendung "ZDF.reporter" am Mittwochabend habe einige wenige neue Erkenntnisse für die Ermittlungen gebracht, teilte Jüngling mit.

<P></P><P>Eine 34 Jahre alte Frau hatte die Taten im Mai vergangenen Jahres angezeigt. Zum Stand und Umfang der Ermittlungen machte Jüngling keine Angaben. "Es sind schlimme, kaum vorstellbare Dinge, die dort dargestellt werden", sagte er nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung. Die Ermittler warteten noch auf die von Autor Rainer Fromm in der Sendung angekündigte Bereitstellung von Aussagen einer Tatverdächtigen. Zwei Frauen und ein Kind berichteten in dem Film von grausamen Tötungen von Menschen bei Schwarzen Messen. Teile der Opfer seien gegessen worden.</P><P>Außer den Darstellungen der Betroffenen berief sich das Magazin auf mehrere Experten: Der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche, Ingolf Christiansen, sagte, dass es "eine ganze Menge von Indizien auf mehrere Tätergruppen (gibt), die solche gemeingefährlichen und extremen Taten vollziehen". Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Peter Koehler regte die Einrichtung einer bundesweiten Zentralstelle für rituelle Tötungsdelikte an. Es gebe eine "große Gefahr, dass Opfer nicht ernst genommen werden" und die Täter deshalb geschützt würden.</P><P>Auch eine Psychotherapeutin, die fünf betroffene Kinder behandelt, hielt die Darstellung für glaubwürdig. Der Psychologe Rudolf Egg von der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden schätzte die Zahl der Menschen, die sich zumindest passiv mit bizarren okkulten Praktiken beschäftigten, auf mehrere 100 in Deutschland. Triers leitender Oberstaatsanwalt Horst Roos sagte in dem Beitrag, dass es nach dem jüngsten Kannibalismus-Fall in Rotenburg kein Tabu über die Vorstellung mehr gebe, was Menschen möglich sei.</P><P>Triers Oberstaatsanwalt Jüngling sagte, einige der behaupteten rituellen Handlungen lägen etwa 15 Jahre zurück. Einige sollen sich in Trier zugetragen haben. "Nicht verjährten Verbrechen gehen wir nach", sagte Jüngling. Es würde eine Unmenge an Details geschildert, die überprüft werden müssten. Zu den in der Sendung geschilderten Taten von Satanisten - etwa Mord und Kannibalismus - wollte sich die Staatsanwaltschaft "aus Ermittlungsgründen" nicht äußern.</P><P>Der für den Beitrag verantwortliche ZDF-Autor bezeichnete die Ergebnisse seiner zweijährigen Recherchen als "absolut seriös" und gesichert. Recherchiert habe er insgesamt knapp 20 Fälle von rituellen Straftaten - Vergewaltigungen, Morde, Kannibalismus. Die beschriebenen Straftaten seien in den vergangenen 15 Jahren in Deutschland und beispielsweise in Belgien verübt worden.</P>

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