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Ein Rettungsfahrzeug steht am 03.01.2015 auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel in Berlin neben einem Spezialflugzeug, mit dem ein Mitglied eines südkoreanischen Behandlungsteams aus Sierra Leone nach Berlin geflogen wurde.

Verletzt an Spritze

Möglicher Ebola-Patient in Berlin

Berlin - Mit einem Spezialflugzeug wurde ein Mitglied eines südkoreanischen Behandlungsteams aus Sierra Leone nach Berlin geflogen. Es besteht Ebola-Verdacht, nachdem sich der Patient mit einer Spritze verletzte.

Ein Patient aus Südkorea wird wegen Ebola-Verdachts in der Berliner Charité behandelt. Das Mitglied eines südkoreanischen Behandlungsteams habe sich im Kontakt mit einem Ebola-Patienten in Sierra Leone an einer Nadel verletzt, teilte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales am Samstag mit. Zunächst blieb unklar, ob er oder sie - Geschlecht und Alter wurden nicht genannt - wirklich an Ebola erkrankt ist.

Der Patient wurde am Samstagvormittag auf die Sonderisolierstation am Campus Virchow-Klinikum gebracht und bereits untersucht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe den Fall als dringend eingestuft, sagte Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja auf einer Pressekonferenz. Der Patient zeige aber bislang keine Symptome der gefährlichen Krankheit.

Der „kritische Vorfall“ habe sich am 29. Dezember ereignet. „Ebola bricht aber in der Regel erst etwa sechs bis zwölf Tage nach der Infektion aus“, sagte der Oberarzt der Station für hochinfektiöse Erkrankungen, Frank Bergmann.

Sorge bereitet den Experten allerdings der Ebola-Patient, bei dem sich der Südkoreaner angesteckt haben könnte. „Er ist einen Tag später gestorben und hatte eine sehr hohe Viruslast.“ Die Konzentration der Viren in seinem Blut war also besonders hoch. Der Mitarbeiter einer Hilfsorganisation habe sich bei einer Blutabnahme durch drei Handschuhe leicht in den Finger gestochen, nachdem der Ebola-Patient gezuckt habe, erläuterten die Experten.

„Als die Anfrage bei uns einging, haben wir direkt zugestimmt“, sagte der Ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei. „Das Team ist bestens vorbereitet.“ Es ist der erste Ebola-Verdachtsfall aus einem der betroffenen westafrikanischen Länder, der in Berlin behandelt wird. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht. Der Patient wurde mit einem US-amerikanischen Spezialflugzeug zum Flughafen Tegel und von dort weiter in die Klinik gebracht.

Ein spezieller Airbus der Bundeswehr sei zwar ebenfalls einsatzbereit, diese Maschine sei aber speziell für Ebola-Patienten, die intensivmedizinisch betreut würden. Und das sei in diesem Fall nicht nötig gewesen. „Der Gesundheitszustand ist derzeit sehr gut“, sagte Bergmann.

Direkt nach der Ankunft wurde dem Patienten Blut abgenommen. Ob dessen Untersuchung Klarheit bringt, ist aber unsicher. Ebola könne oft nur nachgewiesen werden, wenn bereits Symptome aufgetreten seien, erklärte Mediziner Bergmann. Kliniksprecher Uwe Dolderer versicherte aber, die Öffentlichkeit zu informieren, sobald es neue Erkenntnisse gebe.

dpa

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