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Urlaubsorte in Italien setzen Limit bei Strandgästen – „Die einzige Möglichkeit“

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Viele italienische Urlaubsorte werden im Sommer geradezu von Touristen überrannt. Immer mehr sehen sich deshalb gezwungen, Besucherzahlen zu limitieren.

München – In den sozialen Medien locken Bilder von malerischen Stränden und pittoresken Gassen. Die Realität sieht in vielen Urlaubsorten in Italien inzwischen jedoch anders aus. Dort verstopfen Horden von Touristen die Straßen und belagern manche Sehenswürdigkeiten geradezu. Auch viele Strände sind in den Sommermonaten regelmäßig überfüllt. Immer mehr Reiseziele sehen sich deswegen gezwungen, Gesetze und Regelungen zu erlassen, um die Besucherströme einzudämmen.

Sehenswürdigkeiten und beliebte Strände schränken Besucherzahlen ein

Die Villa del Balbianello zieht unter anderem viele Fimfans an, denn sie war schon Kulisse für mehrere Filmproduktionen. Darunter auch James Bond und Star Wars. Wie das Nachrichtenportal stol.it berichtet, sollen die Besucherzahlen für die Villa in Zukunft auf maximal 1200 pro Tag begrenzt werden.

Der Umweltschutzverband FAI, der die Villa verwaltet, sieht diese Maßnahme als „einzige Möglichkeit, die Villa del Balbianello vor einem übermäßigen Tourismus zu schützen“, heißt es in dem Artikel weiter. Und mit solchen harten Einlass-Limits ist die historische Villa bei weitem nicht allein. Auch einige beliebte Strände lassen nur noch eine bestimmte Anzahl an Besuchern ein.

Ansicht der Villa del Balbianello am Comer See.
Die Villa del Balbianello war mehrmals in bekannten Filmen zu sehen und lockt unter anderem deshalb viele Touristen an. Jetzt werden die Besucherzahlen beschränkt. © Wirestock/IMAGO

So dürfen sich etwa am Strand von Cala Luna auf Sardinien im August nicht mehr als 500 Badegäste aufhalten. „Die Behörden wollen somit Gedränge an der Bucht vermeiden“, berichtet stol.it. An manchen Stränden Sardiniens muss man inzwischen sogar Eintritt zahlen. Vorreiter für dieses Modell war laut dem Portal reisereporter der Strand La Pelosa. Wer hier baden will, muss 3,50 euro pro Person zahlen. Für Kinder bis zwölf Jahre ist der Eintritt frei.

Autos, Reisebusse und Kreuzfahrtschiffe verärgern die lokale Bevölkerung

Auch Autos, Reisebusse und Kreuzfahrtschiffe, mit denen die Touristen anreisen, führen vielerorts zu Problemen wie Staus, verstopften Straßen und Umweltverschmutzung und lösen bei der ansässigen Bevölkerung Unmut aus. Einige besonders beliebte Gemeinden ziehen deswegen die Reißleine oder verhandeln zumindest über mögliche Lösungsansätze.

Menschenmenge am Strand von Amalfi.
Einige Strände in Italien sind in der Hochsaison so überfüllt, dass sie die Anzahl der Gäste limitieren müssen. Für manche muss man sogar Eintritt zahlen. © Sergio Monti/IMAGO

So dürfen beispielsweise auf der im Golf von Neapel gelegenen Insel Procida zwischen 1. März und 31. Dezember keine Privatfahrzeuge mehr fahren, die außerhalb der Region gemeldet sind, wie reisereporter berichtet. Ähnliche Regelungen gelten auch auf Linosa und Lampedusa. Auch ein Selfie am falschen Ort kann im Urlaub teuer werden.

Venedig will nun bald die Contributo di Accesso (dt. Zugangsbeitrag) einführen, die schon lange in Planung ist. Bis zu zehn Euro „Eintritt“ müssen Tagestouristen dann für den Besuch der wunderschönen Lagunenstadt zahlen. Die Stadt Rom will die Touristenströme an einer beliebten Sehenswürdigkeit ebenfalls einschränken. „Die Gemeinde denkt über einen geregelten Zugang zum Trevi-Brunnen nach“, schreibt stol.it. Welche Maßnahmen genau es geben soll, ist noch nicht bekannt.

Generell wurden die Regeln für Touristen nicht nur in Italien, sondern in vielen Urlaubsländern verschärft. So geht die kroatische Stadt Split etwa massiv gegen exzessiven Alkoholkonsum vor, um weniger attraktiv für Sauf-Touristen zu sein. (sp)

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