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Monaco ist das zweitkleinste unabhängige Land der Welt nach dem Vatikanstaat in Rom

Zwergstaat und Steuerparadies

Monaco: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Monaco ist das zweitkleinste unabhängige Land der Welt nach dem Vatikanstaat in Rom. Dank der hohen Millionärsdichte und der fürstlichen Familie übt das winzige Fürstentum eine magische Anziehungskraft auf den internationalen Jetset aus.

  • Monaco hat eine Fläche von knapp über zwei Quadratkilometern.
  • Staatsoberhaupt ist Fürst Albert II.
  • 78,5 Prozent der Einwohner sind Ausländer.

Monaco – Ob Casino, Zirkusfestival oder das legendäre Formel-Eins-Rennen: Das kleine Fürstentum Monaco an der französischen Mittelmeerküste weiß zu leben. Mithilfe von Landgewinnungsprojekten gelingt es ihm sogar noch, seine Fläche auszudehnen.

Monaco: Die frühe Geschichte

Die französische Mittelmeerküste war bereits vor über 5.000 Jahren besiedelt. Der Name Monaco stammt möglicherweise von den „Monoikos“ ab, einem Stamm aus dem nahen Ligurien, der sich im 5. Jahrhundert v. Chr. in der Region niederließ. Mit der Eroberung Galliens durch Julius Caesar wurde die Region Teil des Römischen Reiches. Das Tropaeum Alpium in La Turbie oberhalb von Monaco erinnert heute noch an diese Zeit. Es wurde nach dem erfolgreichen Alpenfeldzug im Jahr 6 v. Chr. zu Ehren von Kaiser Augustus errichtet.

Im Mittelalter wurde die Küste immer wieder von Seeräubern und muslimischen Sarazenen überfallen. Im 10. Jahrhundert kam Monaco als Teil der Provence an das Königreich Burgund und stand ab dem späten 12. Jahrhundert unter der Kontrolle der Republik Genua. Diese errichtete an der Stelle, an der heute der monegassische Palast steht, eine Grenzfestung. Der 10. Juni 1215 wird in Monaco als Gründungsdatum der Stadt betrachtet. Schon damals wurden Siedler mit Steuerbefreiungen an die unwegige karge Küste gelockt.

Monaco: Ein Fürstentum entsteht

Im mittelalterlichen Italien tobte ein Bürgerkrieg zwischen den Ghibellinen, die den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches unterstützten, und den Guelfen, die auf der Seite des Papstes standen. Auch in der Republik Genua lieferten sich verfeindete Anhänger der beiden Parteien immer Auseinandersetzungen. Einer der Konsuln (die die Regierung stellten) war Grimaldo Canella, der den Guelfen angehörte. Sein Sohn Oberto legte sich den Beinamen Grimaldi (Sohn des Grimaldo) zu. Die gesamte Familie wurde ab 1270 von den führenden ghibellinischen Familien Doria und Spinola aus der Stadt verjagt.

Francesco Grimaldi schlich sich 1297 mit seinen Verbündeten als Franziskanermönche verkleidet in die genuesische (und damit ghibellinische) Festung Monaco und eroberte sie kurzfristig. Der erste Grimaldi, Francescos Cousin Rainier, konnte sie jedoch nur vier Jahre halten. Nachdem die Ghibellinen Monaco zurückerobert hatte, heuerte Rainier als Kommandeur der französischen Flotte bei König Philipp IV. an, der ihm Unterstützung gewährte. Rainier gilt als Stammvater des monegassischen Fürstenhauses.

Monaco: Der Weg zur Unabhängigkeit

Erst 1419 gelangten die Grimaldis endgültig in den Besitz von Monaco. Fürst Lambert, der nur durch die Hochzeit mit Thronerbin Claudine 1457 zum Titel kam, erreichte mit diplomatischem Geschick eine offizielle Anerkennung des unabhängigen Fürstentums Monaco durch Frankreich und Savoyen. Genua wollte sich noch nicht mit dem Verlust abfinden und belagerte die Festung 1507 für 100 Tage – allerdings vergeblich. Anschließend suchte Monaco den Schutz Spaniens, das sich seine Dienste jedoch teuer bezahlen ließ, und so wandte sich das Fürstentum wieder Frankreich zu.

Am 14. September 1641 erkannte der französische König Ludwig XIII. die Unabhängigkeit Monacos im Vertrag von Péronne offiziell ab. Die einst geladenen Gäste aus Spanien konnte Fürst Honoré II. dagegen nur mit Gewalt wieder vertreiben. Als dies gelungen war, begann er mit dem Umbau der alten Festung auf dem Felsen in einen repräsentativen Staatspalast, der den Fürsten von Monaco bis heute als Residenz dient.

Monaco bis zum 20. Jahrhundert

Durch die Französische Revolution verlor auch die Grimaldi-Familie einen großen Teil ihres Vermögens. Zugleich bildete sich in Monaco eine Volkspartei, die den Anschluss an das republikanische Frankreich forderte. Tatsächlich kam es 1793 zur Vereinigung. Fürst Honoré III. endete in einem Pariser Kerker, in dem er zwei Jahre später verstarb, und der Palast in Monaco wurde geplündert. Erst nach dem Sturz Napoleons erlangte Monaco seine Unabhängigkeit zurück.

1848 gingen die beiden Städte Menton und Roquebrune verloren, die bis dahin zum Fürstentum gehört hatten, und damit über 80 Prozent des Staatsgebietes. Das übrig gebliebene Monaco schloss sich wieder eng an Frankreich an und bildete mit ihm eine Zollunion. Außerdem erhielt das Fürstentum einen Bahnhof an der neuen Eisenbahnlinie Nizza – Genua, die es touristisch interessant machte. 1863 entstanden das Spielcasino und die ersten Luxushotels, 16 Jahre später eröffnete die Oper. Durch das Spielcasino generierte der Staat so hohe Einnahmen, dass er 1869 die direkte Besteuerung der Bevölkerung abschaffte. Dabei ist es bis heute geblieben.

Monaco: Der Staat heute

Nach dem Zweiten Weltkrieg bestieg Rainier III. im Jahr 1949 den monegassischen Thron. Als er 1956 die amerikanische Schauspielerin Grace Kelly heiratete, entwickelte sich Monaco zum internationalen Treffpunkt des Jetset und zur Dauerpräsenz in den Klatschpostillen der Welt. 1982 kam die Fürstin, die sich seit der Hochzeit Gracia Patricia nannte, bei einem Autounfall ums Leben. Obwohl Prinzessin Caroline die älteste Tochter des Paares war, wurde der männliche Zweitgeborene bevorzugt und bestieg am 31. März 2005 als Albert II. den Thron.

Der heutige Fürst nahm fünfmal als Bobfahrer an den Olympischen Winterspielen teil und besuchte im Rahmen von Expeditionen den Nordpol und den Südpol. Aus zwei früheren Verhältnissen hat er zwei uneheliche Kinder, die von der Thronfolge ausgeschlossen sind. 2011 heiratete Albert II. die südafrikanische Schwimmerin Charlene Wittstock, mit der er Zwillinge hat: den Erbprinzen Jacques und seine Schwester Gabriella.

Monaco und die Politik

Monaco ist eine konstitutionelle Monarchie, in der der regierende Fürst gleichzeitig Staatsoberhaupt ist. Die eigentliche Politik liegt in den Händen des vierköpfigen Regierungsrates und des Parlamentes mit 24 Sitzen. Staatsminister (Ministre d‘État) ist seit 1. September 2020 der Franzose Pierre Dartout, der zuvor Präfekt der französischen Regionen Province-Alpes-Côte d‘Azur und Bouches du Rhône war.

Monaco ist Mitglied der Vereinten Nationen und des Europarates, nicht jedoch der Europäischen Union. Allerdings ist es über Frankreich dem Schengener Abkommen angeschlossen, sodass an der Grenze des Fürstentums keine Kontrollen stattfinden. Auf Druck der EU verschärfte Monaco seine laxen Gesetze gegen Geldwäsche und die unzureichende Bankenaufsicht.

Monaco: Bevölkerung und Sprache

Im Jahr 2018 zählte Monaco 38.300 Einwohner. Die ursprüngliche monegassische Bevölkerung macht heute nur noch etwas mehr als ein Fünftel der Einwohner aus.

Die Bevölkerung von Monaco setzt sich wie folgt zusammen:

RangNationalitätAnteil in Prozent
1Französisch28,2
2Monegassisch21,5
3Italienisch18,6
4Britisch7,5
5Belgisch2,7

Da in Monaco lebende Franzosen in Frankreich steuerpflichtig sind, ist ihr Anteil an der Bevölkerung seit Jahren rückläufig. Die monegassische Staatsbürgerschaft wird nur sehr restriktiv und persönlich von Fürst Albert II. vergeben.

Alleinige Amtssprache von Monaco ist Französisch. Allerdings wird bis heute die eigene Sprache Monegassisch gepflegt, die mit dem Ligurischen eng verwandt ist. Schüler können sogar das Abitur auf Monegassisch ablegen.

Monaco: Geografie des Fürstentums & Highlights

Das heutige Monaco hat eine Fläche von etwa zwei Quadratkilometern und ist in mehrere Stadtbezirke gegliedert. Durch Neulandgewinnung kam 1970 der neue Bezirk Fontveille zu. Bis 2025 soll mit Le Portier ein weiterer neuer Bezirk zwischen Monte-Carlo und Larvotto entstehen, der 1.000 Einwohnern Platz bietet. Aufgrund des Platzmangels ist die Fläche des Fürstentums dicht bebaut. Die nächstgelegenen größeren Städte sind das französische Nizza im Westen und Sanremo hinter der italienischen Grenze im Osten.

Monaco genießt einen erstklassigen Ruf als kulturelles Zentrum. Schon 1879 eröffnete die von Charles Garnier erbaute Oper, in der internationale Weltstars gastierten. 1974 begründete Fürst Rainier III. das Internationale Zirkusfestival von Monte-Carlo, das berühmteste Zirkusfestival der Welt. Internationale Anerkennung genießt auch das Ozeanographische Museum. Das legendäre Spielcasino von Monte-Carlo hat dagegen stark an Bedeutung verloren und soll in den kommenden Jahren umgestaltet werden.

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