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Auf diesem Archiv-Bild angeblich zu sehen: Das Monster von Loch Ness.

Spekulationen vor Referendum

Ist Monster "Nessi" nach England ausgewandert?

London - Eine skurrile Diskussion um das Monster von Loch Ness ist derzeit in England und Schottland im Gange. Wo würde das sagenumwobene Tier nach dem Referendum wohnen?

Ist das Seeungeheuer von Loch Ness aus Protest gegen die schottischen Unabhängigkeitsbestrebungen vor dem Referendum nach England ausgewandert? Seit die "Daily Mail" vergangene Woche ein Foto druckte, das Nessie im Windermere-See in der nordenglischen Grafschaft Cumbria zeigen soll, wird hitzig über die politische Positionierung der sagenumwobenen Kreatur gestritten. Als ein weiteres Foto auftauchte, auf dem Nessie mit dem Schwanz ein "NO" formt, wertete der "Daily Mirror" dies als eindeutige Festlegung gegen die Abspaltung.

Ist dieses Bild, dass die Daily Mail veröffentlichte, der Beweis für "Nessi's" politisch bedingten Umzug nach England?

Die nebligen Fotos und entsprechend windigen Interpretationen seien ein "verzweifelter Versuch der nationalen Zeitungen, die Unabhängigkeitsbefürworter zu diskreditieren", schimpfte der selbsternannte "Loch-Ness-Monsterjäger" Steve Feltham. Nessie sei neben dem Whisky und dem Hochland das schottische Wahrzeichen schlechthin. "Es ist ein ganz spezielles schottisches Mysterium, es hat keine Verbindung zu England", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Wenn überhaupt, dann würde das Ungeheuer Unabhängigkeit für Loch Ness fordern. "Das ist die einzige Welt, die Nessie kennt."

Loch Ness, der zweitgrößte See Schottlands, liegt 317 Kilometer nördlich vom englischen Windermere-See. Auf dem Schnappschuss, den Nessie so fern seiner Heimat zeigen soll, ist ein dinosaurierähnliches Geschöpf mit langem Hals und buckligem Rücken zu erahnen. Ungeheuer-Fachmann Tony Harmsworth hat keine Zweifel, dass es sich um eine Ente handelt. Zum einen könnte sich Nessie in dem englischen See nicht wohlfühlen, weil der zu klein, zu flach und zu warm sei und dort zu viele Boote verkehrten. Er würde dort nicht seine gewohnte Nahrung finden.

Vor allem aber sei Nessie kein "political animal". Schon sein Name schließe jedwede politische Festlegung aus - eine Kombination von "No" und "Yes".

Vielleicht gehört Nessie aber auch einfach zu den vielen Schotten, die bis zur Stimmabgabe nicht wussten, ob sie für oder gegen den Verbleib im Vereinigten Königreich stimmen sollen. Zuletzt wurde Nessie 2011 in Loch Ness gesichtet. Zwei Monate später gewährte das britische Parlament den Schotten das Recht, ein Referendum über die Abspaltung abzuhalten.

AFP

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