Der Mord an einer 13-Jährigen in Wien erschüttert Österreich. Kerzen und Blumen liegen am Fundort der Leiche des Mädchens.
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Der Mord an einer 13-Jährigen in Wien erschüttert Österreich. Kerzen und Blumen liegen am Fundort der Leiche des Mädchens.

„Ich bin so wütend“

Wien: Mutter von getöteter Leonie (13) nach „barbarischem Mord“ an ihrer Tochter verzweifelt

Der Mord an dem 13-jährigen Mädchen in Wien schockiert. Jetzt spricht erstmals die Mutter der getöteten Leonie.

Wien - Auf einem Grünstreifen entdeckten Passanten in Wien-Donaustadt die Leiche eines Mädchens. Ihr Körper war an einem Baum gelehnt - von zahlreichen Hämatomen und Blutergüssen gezeichnet. Seit dem schrecklichen Fund am Wochenende ermittelt die Wiener Polizei auf Hochtouren. Täglich kommen erschütternde Details ans Licht.

Mord an Leonie (13) in Wien: Vierter Tatverdächtige europaweit gesucht

Zwei tatverdächtige Männer aus Afghanistan sitzen bereits in Haft. In der Nacht auf am Mittwoch gegen 22 Uhr nimmt die Polizei einen dritten mutmaßlichen Täter fest - „einen 23-jährigen afghanischer Staatsangehörigkeit“. Nach einem vierten Verdächtigen - einen ebenfalls aus Afghanistan stammenden 22-Jährigen - wird mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet, wie Österreichs Polizeichef Franz Ruf am Donnerstag bekanntgab. Die vier stehen im Verdacht, das 13-jährige Mädchen sexuell missbraucht und den Tod verursacht zu haben.

Leonies Mutter spricht erstmals über ihren Verlust

Der Mordfall Leonie erschüttert Österreich. Das Opfer war erst 13 Jahre alt. Der mutmaßliche Haupttäter, ein 18-jährige Afghane, laut Polizei mehrfach vorbestraft.

Jetzt spricht erstmals die Mutter des getöteten Mädchens. Leonies Mutter las in den Medien von dem Fund eines toten Mädchens in Wien-Donaustadt. Die Polizei hatte am Sonntag eine Personenbeschreibung des Opfers veröffentlicht, auch Details zur Kleidung. In einem Interview mit heute.at spricht die 40-Jährige im Beisein ihres Anwalts Florian Höllwarth.

 „Ich habe niemals geglaubt, dass es sich um Leonie handeln könnte“, sagte sie ihrem Anwalt Florian Höllwarth dem österreichischen Portal zufolge. Am Kapuzenpullover mit der Aufschrift „Live or Die“ und an der markanten Augenfarbe „auffällig hellgrüne Augen“ habe die Mutter ihre Tochter schließlich erkannt. In Panik habe sie sich bei der Polizei gemeldet. Wenig später standen Beamte aus Wien vor der Haustür in Tulln (Niederösterreich). Die Welt sei für die Mutter (40) und den Vater (39) zusammengebrochen. Leonies Mutter arbeitet heute.at zufolge in der Pflege und ihr Vater als Notfallsanitäter.

Leonies Mutter habe nicht die Kraft gehabt, ihre Tochter anhand von Fotos zu identifizieren. Ihre Söhne haben diese Pflicht übernehmen müssen.

Mord an 13-Jähriger in Wien: Trauer der Mutter schlägt in Wut um

„Leonie war sehr früh sehr selbstständig. Wenn ich gewusst hätte, mit wem sie Kontakt hatte, hätte ich es ihr verboten“, sagte die 40-Jährige. Sie erzählte demnach auch, dass es häufiger mal Probleme mit Leonie gegeben hatte, weil das Mädchen nicht nach Hause kam.

Die Trauer ist groß. Doch die Wut wächst. „Ich bin so wütend. Warum ist dieser Mensch nicht schon längst abgeschoben worden?“, fragt die Mutter. „Meine Kleine hat einem 16-Jährigen vertraut, der sie vermutlich zum Älteren in die Wohnung mitnahm und das war ihr Todesurteil.“

Mord an Leonie führt zu Asyl-Debatte- Kanzler Kurz äußert sich

Der erschütternde Mordfall sorgt mittlerweile auch für politische Diskussionen. Nach der Tötung der 13-Jährigen wollen Österreichs regierende Konservative Abschiebungen ins Ausland beschleunigen. Nach dem „barbarischen Mord“ werde man über Änderungen bei Abschiebungen nachdenken, hieß es laut dpa-Informationen von Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP).

Auch Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) schaltete sich in die Asyl-Debatte ein. Dabei sprach er sich gegen ein Überdenken von Abschiebungen in das Krisenland Afghanistan aus, das die mitregierenden Grünen vorab gefordert hatten. „Einen Abschiebestopp nach Afghanistan wird es mit mir nicht geben“, sagte er. Die Tat sei „ein Grund mehr, ganz entschlossen vorzugehen bei Asylbewerbern, die angeben, in unseren Ländern Schutz zu suchen, dann aber Verbrechen begehen.“

Mordfall Leonie (13) in Wien: Mutter will Tochter in weißem Sarg verabschieden

Für Leonies Mutter steht diese Debatte wohl derzeit nicht im Vordergrund. Die Trauer um ihre Tochter ist zu groß. Aktuell ist die Leiche ihrer Tochter noch nicht freigegeben. Doch Leonies Mutter weiß bereits, dass sie ihre geliebte Tochter in einem weißen Sarg mit weißen und roten Blumen verabschieden will. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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