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Die Tote war im Gebüsch gefunden worden.

Mann zeigt späte Reue

Mord an Gaststudentin: Täter verurteilt

Mannheim - Sie kam zum Studieren nach Deutschland - und war kurze Zeit später tot. Der Mörder einer jungen Frau aus Litauen muss nun für seine Straftat büßen.

Die 20-Jährige ist erst wenige Wochen in Deutschland, als sie an einer Mannheimer Unterführung auf ihren Mörder trifft. Der Mann würgt sie mit ihrem eigenen Schal bis zur Bewusstlosigkeit, raubt sie aus und vergeht sich an ihrem leblosen Körper. Dann lässt er die junge Frau am Tatort zurück, kauft sich am Mannheimer Hauptbahnhof ein Bahnticket und fährt in seine Wohnung ins rheinland-pfälzische Grünstadt. Ein Flaschensammler findet die Leiche am nächsten Tag in einem Gebüsch. Die Ermittler kommen dem Täter gut zwei Wochen später auf die Spur - das Handy der Toten hat ihn verraten. Am Freitag hat ihn das Mannheimer Landgericht wegen Mordes verurteilt.

Gabriele war nach Mannheim gekommen, um an der Uni Psychologie zu studieren. Sie war eine zurückhaltende junge Frau, die noch wenig Deutsch sprach und sich zunächst vor allem mit litauischen Studenten traf. Ihre Mutter beschrieb sie als schmächtig, unsicher und kränklich. Sie habe oft Kopfschmerztabletten genommen. Viel Widerstand hatte der Täter von ihr nicht zu erwarten. Es habe keine Kampfspuren gegeben, sagt der Vorsitzende Richter Ulrich Meinerzhagen. „Der Angeklagte sucht bewusst Tatopfer aus, die nur in begrenztem Maße widerstandsfähig sind.“

Wie die Tat genau ablief, kann die Kammer nicht rekonstruieren. „Die Geschädigte war die einzige Tatzeugin.“ Die Mannheimer Richter verurteilen den 41-Jährigen am Freitag wegen Mordes und anderer Delikte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Nach Verbüßung der Strafe muss er in Sicherungsverwahrung bleiben, da ihn die Kammer für besonders gefährlich hält. Der Mann hatte schon zuvor mehr als zehn Jahre im Gefängnis gesessen.

Auch kurz vor und kurz nach dem Mord an der Gaststudentin Anfang Oktober 2013 beging er Straftaten: Nach Überzeugung der Kammer überfiel er im Sommer eine Frau in Speyer und Mitte Oktober zwei Jugendliche in Grünstadt (beides Rheinland-Pfalz). „Die Zeit bis zum Rückfall war jeweils nur eine sehr kurze“, betont Meinerzhagen. Der Angeklagte mit dem auffälligen Oberlippenbart ist zwar recht klein, boxt aber in seiner Freizeit.

Der 41-Jährige verzieht keine Miene, als der Vorsitzende Richter das Urteil verkündet. Mit verschränkten Armen und gesenktem Kopf sitzt er auf der Anklagebank. Er hat während des gesamten Prozess kaum gesprochen. Anfangs weigerte er sich, eine Aussage zu machen.

Erst als ihn der Anwalt von Gabrieles Angehörigen vor wenigen Wochen bittet, doch endlich ein Geständnis abzulegen, lässt er über seinen Anwalt eine Erklärung verlesen. „Ihre Tochter ist durch meine Hand zu Tode gekommen“, heißt es darin. „Was ich getan habe und wofür ich verantwortlich bin und wofür ich auch eine angemessene Strafe erwarte, das bereue ich aus tiefstem Herzen.“ Gabrieles Mutter ist bei der Urteilsverkündung nicht dabei. Sie musste wieder zurück nach Litauen.

dpa

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