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In dieser Garage in Großostheim-Ringheim im Landkreis Aschaffenburg wurde die Leiche der jungen Frau gefunden.

Prozess beginnt am Mittwoch

Mord an hochschwangerer Geliebten war kühl geplant

Aschaffenburg - Vor dem Landgericht Aschaffenburg beginnt am Mittwoch der Prozess gegen den Ex-Freund von Rebecca, der die hochschwangere junge Frau ermordet haben soll. Jetzt kommen neue Details in dem Fall ans Licht.

Der Mordfall sorgte vor elf Monaten bundesweit für Entsetzen: Nach mehrtägiger Suche hatten Ermittler Mitte Mai 2015 in einer Garage in einem Industriegebiet die Leiche der 24 Jahre alten Rebecca W. entdeckt. Die Mutter eines kleinen Jungen war hochschwanger, mit ihr starb das ungeborene Kind.

Verantwortlich für den Tod soll laut der Anklage der Staatsanwaltschaft der ehemalige Geliebte der jungen Frau sein. Der 32 Jahre alte Lkw-Fahrer Jens M. ist wegen Mords in Tateinheit mit Schwangerschaftsabbruch angeklagt. Mit ihm auf der Anklagebank sitzt sein 25 Jahre alter Freund, der in die Mordpläne enigeweiht gewesen sein soll. Er soll M. zudem ein Alibi für die Tatzeit gegeben und außerdem sein Auto zur Beseitigung der Leiche zur Verfügung gestellt haben.

Die Ermittler sind überzeugt, dass Rebecca wegen ihrer Schwangerschaft sterben musste. Laut Anklage hatte sie seit dem Jahr 2010 eine Affäre mit dem verheirateten Vater eines kleinen Jungen. Im September 2014 soll sie nach einem der Treffen mit dem Mann von diesem schwanger geworden sein. In der Folge soll dieser sie mehrfach zur Abtreibung auf seine Kosten aufgefordert haben. Die Frau habe dies aber abgelehnt und im Gegenteil gedroht, die Vaterschaft zur Not mit Hilfe des Jugendamts feststellen zu lassen - womöglich ihr Todesurteil.

In der Folge habe der Hauptangeklagte jedenfalls aus Sorge vor den drohenden Unterhaltszahlungen und aus Angst, durch das Bekanntwerden der Affäre seine Ehefrau zu verlieren, Mordpläne geschmiedet. Er habe seinen mitangeklagten Freund eingeweiht und von diesem eine grundsätzliche Unterstützung der Tatpläne signalisiert bekommen, heißt es in der Anklageschrift.

"Das Miststück hat es nicht anders verdient"

Nur zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin war es demnach soweit. Unter einem Vorwand habe M. Rebecca aus ihrer Wohnung gelockt und sei mit ihr zu einem Waldweg gefahren. Dort habe er ihr dann zunächst mit dem Arm die Luft abgedrückt und sie schließlich mit einem Kabelbinder erdrosselt. Nachdem M. die Leiche in der von ihm gemieteten Garage versteckt habe, sei er zu seinem Freund gefahren. "Das Miststück hat es nicht anders verdient", habe er gegenüber diesem den Mord an seiner Geliebten kommentiert.

M. droht eine lebenslange Haftstrafe, dem wegen Beihilfe zu den Taten angeklagten Freund eine mehrjährige Strafe. Zu dem Prozess sind 77 Zeugen und acht Sachverständige geladen. Es wird ein großes öffentliches Interesse an dem Verfahren erwartet.

afp

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