Morde an Berliner Charité beschäftigen Bundesgerichtshof

Berlin - Die Mordserie an der Berliner Charité wird nun auch den Bundesgerichtshof beschäftigen. Eine ehemalige Krankenschwester von Europas größtem Universitätsklinikum hatte nach ihrer Verurteilung im Juni wegen fünffachen Mordes zu lebenslanger Haft Revision beantragt.

 Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ließ die Revision nach Angaben vom Mittwoch zu. Wann sich die Richter mit dem Fall beschäftigen, ist noch unklar. Möglicherweise wird es keine mündliche Verhandlung geben, da die Generalbundesanwaltschaft einen entsprechenden Antrag vorgelegt hat.

Nach Ansicht der Berliner Richter hatte die ehemalige Krankenschwester ihre wehrlosen Patienten auf der Intensivstation der Kardiologie in den Jahren 2005 und 2006 aus niederen Beweggründen und Heimtücke mit einer Medikamentenüberdosis getötet. Die Staatsanwaltschaft hatte ihr sechs Morde und einen Mordversuch zur Last gelegt. Schließlich wurde sie wegen fünffachen Mordes verurteilt. Die Frau hatte vier Taten gestanden. Eigenen Angaben zufolge handelte sie zum Wohle der Patienten.

Der Prozess hatte erhebliche Missstände innerhalb der Charité offenbart. So sagten Zeugen vor Gericht aus, dass die Krankenschwester zwar schon einige Zeit vor ihrer Verhaftung unter Verdacht geraten war. Das Pflegepersonal hatte das Gerücht aber erst für sich behalten, bevor es die Stationsleitung informierte. Mit fatalen Folgen: Die Krankenschwester brachte in dieser Zeit drei weitere Patienten um. Die Charité hat als Konsequenz aus dem Fall eine Art Frühwarnsystem eingerichtet.

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