Umfrage zur Landtagswahl 2018 in Bayern: CSU stürzt weiter ab - Grüne vor SPD und Afd

Umfrage zur Landtagswahl 2018 in Bayern: CSU stürzt weiter ab - Grüne vor SPD und Afd
+
Justizbeamte bringen Silvio S. in den Gerichtssaal.

Trauerkarte an Elias' Eltern

Mutmaßlicher Kindermörder Silvio S.: Bizarre neue Details

Potsdam - Das Umfeld des mutmaßlichen Kindermörders Silvio S. beschreibt diesen als Muttersöhnchen mit besonderem Draht zu Kindern. Ein makaberes Detail sticht am heutigen Tag des Mordprozesses hervor.

Viele Menschen vertrauten ihm: Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. hat in seinem Bekanntenkreis häufiger mit kleinen Mädchen und Jungen gespielt oder auf sie aufgepasst. "Silvio hat uns viel geholfen", sagte eine frühere Nachbarin im Mordprozess.

"Er hat auch mit den Kindern gespielt, wenn man mal weg musste", fuhr die 59 Jahre alte Erntehelferin fort. Nie habe es Probleme gegeben, das Miteinander sei "bombig" gewesen. "Die haben sich gut verstanden." Damals war Silvio S. Anfang, Mitte 20. Später, im Jahr 2015, soll der heute 33-Jährige nacheinander die beiden ihm fremden Jungen Elias und Mohamed entführt und umgebracht haben.

"Kinder liegen ihm."

Eine gute Bekannte von Silvio S. berichtete, dass ein kleines Nachbarsmädchen sogar kindlich für ihn geschwärmt habe, als sie acht oder neun und der Angeklagte Mitte 20 gewesen sei. "Sie haben herumgeschäkert und Händchen gehalten. Später erzählte mir (das Mädchen), dass sie sich geküsst hätten", sagte die 39-Jährige.

Nach den Worten eines Ex-Freundes (36) der Schwester von S. war dieser gegenüber Fremden extrem schüchtern, konnte aber mit Kindern gut umgehen. "Bei Dorffesten sind sie auf ihn zugegangen. Er hat mit ihnen gespielt. Kinder liegen ihm." Er vermute, dass auch fremde Kinder schnell Zutrauen zu S. fassen könnten.

Silvio S. als "Muttersöhnchen"

Als "Muttersöhnchen" wurde Silvio S. vom Freund seiner Schwester charakterisiert. "In diesem Alter sollte man wissen, was man will, und weiter sein, so familienmäßig." Ebenso wie andere Zeugen schilderte er die Stimmung in der Familie als unterkühlt. Ein Ex-Schwager (46) bezeichnete den Vater von S. als Tyrannen.

Als eine Nachbarin Silvio S. fragte, ob er nicht einmal eine Freundin haben wolle, habe dieser ihr geantwortet: "Was soll ich denn damit noch? Mein Geld kriege ich auch alleine alle." Geldsorgen seien bei ihm immer ein Thema gewesen, sagte die Zeugin.

"Todesursache: Ersticken. Sorry."

Auch ein besonders bizarres Kapitel des Mordfalls kam vor Gericht zur Sprache: Noch während der Suche nach Elias soll S. eine Trauerkarte an die Eltern geschickt haben. Auf der Klappkarte stand handschriftlich: "In tiefer Trauer um den verstorbenen Elias. Todeszeitraum: In der Nacht vom 11.7. auf den 12.7. zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Todesursache: Ersticken. Sorry.". Die Karte erreichte nur wegen eines Fehlers in der Adresse nicht die Eltern, sondern landete über Umwege bei der Polizei.

In einem am Dienstag verlesenen Brief an seine eigene Familie schrieb Silvio S. aus dem Gefängnis: "Hallo Familie, vermisse euch sehr. Ich weiß, was ich euch und auch anderen mit meinen Taten angetan habe, würde mich aber über einen Besuch oder Brief sehr freuen."

Elias' Erzieherin sagt aus

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Mini-Tsunami“ schockt auch Mallorca-Fischer: „Noch nie gesehen“
Ein spektakulärer „Mini-Tsunami“, der das Meer vor Mallorca ungewöhnlich stark aufgewühlt hat, sorgt bei Urlaubern und Einheimischen für Gesprächsstoff.
„Mini-Tsunami“ schockt auch Mallorca-Fischer: „Noch nie gesehen“
Leiche im Main identifiziert: Polizei vor Rätsel um 16-jährigen Toten
Leiche im Main identifiziert: Polizei Frankfurt vor Rätsel um 16-jährigen Toten aus Offenbach.
Leiche im Main identifiziert: Polizei vor Rätsel um 16-jährigen Toten
Nach Höhlen-Drama: Thai-Fußballer wieder zuhause
Das Höhlendrama glücklich beendet und jetzt auch zurück bei den Eltern: Die jungen Fußballer aus Thailand sind alle wieder gesund. Beim Abschied aus der Klinik zeigen …
Nach Höhlen-Drama: Thai-Fußballer wieder zuhause
Delfin besucht Lübecker Bucht 
Delfin schwimmt vor einem Ostseestrand: In der Lübecker Bucht haben Mitarbeiter des Hafens in Lübeck einen Delfin entdeckt. 
Delfin besucht Lübecker Bucht 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.